Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 22 (1873)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Rabbinische Agada's in 1001 Nacht
- Date
- 1873-01-01
- Page
- Seite 69 (sequence 9)
- Language
- German
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Ein Beitrag zur Geschichte der Wanderung orientalischer Mährchen. 69 seinen Leben sunterh alt beschaffe. Dieser aber weigerte sich: ״Wie könnte ich Dich verkaufen, da doch die Leute wissen, daß ich keinen Sklaven besitze; ich besorge, daß man Dich für den Herrn Uttd mich für den Sklaven halten wird." Elias bestand aber darauf: ״Vollziehe meinen Befehl und verkaufe mich." Ein Beamter des Königs kaufte den Elias für 80,000 Dinare. Elias führt sich als geschickten Baumeister bei dem Könige ein, der von demselben den Ausbau eines großen Palastes innerhalb sechs Monaten verlangt. Elias stellt denselben des Nachts in Einem Augenblicke fertig und verschwindet vor Tagesanbruch. E. Tie Geschichte Abdallah' s (1001 Nacht von Habicht B. XII, S. 167 ff.) stimmt in ihrer Anlage mit einer der Pesikta rabb. o. 22 entnommenen Erzählung in der Samnrhing des R. Nissim (חבור יפה p. 25) zusammen. Abdallah lebte in einer der lebhaftesten Handelsstädte Indiens. ״Dieser heilige Mann brachte g anz e Tag e in d en Mos ch e e n zu, er verschärfte die Strenge der Fasten im Ramadhan noch durch tausend Entbehrungen, welche er jeden Tag sich auflegte. . . Niemals waren seine Lippen von der berauschenden Flüssigkeit befleckt worden. . . Dieser Lebenswandel hatte ihm allgemeine Hochachtung und Zutrauen erworben." Ein Nachbar vertraute während einer Gesthäftsreise dem Abdallah sein Vermögen an. ״Er traf ihn, wie er am Bogen liegend, nach Mekka zugekehrt, mit lauter Stimme ein Kapitel des Korans hersagte, welchen er auswendig wußte" entschuldigte sich, daß er ihn in seinen frommen Beschäftigungen störe und übergab ihm sein Vermögen, ohne eine Bescheinigung zu verlangen. Von der Reise zurnckgekehrt, verlangte der Mann fein Vermögen, aber Abdallah will von einem ihm anvertrauten Gute Nichts wissen. Alle Bitten und Drohungen des Mannes blieben fruchtlos, bis der Kadi durch ein geschicktes Manoeuvre den Abdallah zur freiwilligen Herausgabe des an vertrauten Vermögens veranlaßt und ihn schließlich nach Gebühr bestraft.