Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 22 (1873)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Rabbinische Agada's in 1001 Nacht
- Date
- 1873-01-01
- Page
- Seite 68 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2829132-2829430-2829433-2867013--14602-2867043- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
68 Rabbmische Agada's in 1001 Nacht. Auch ״die Geschichte der drei Gauner und des Sultans" (1001 Nacht von HabichtjB. XI , S. 8—16) endet damit, daß der eine der Gauner, der sich für einen Genea» logisten des menschlichen Geschlechtes ausgiebt, dem Sultan nachweist, daß er ein Bastard sei. Denselben Schluß hat endlich auch ״die Geschichte des Königs und seines S ohnes" (1001 Nacht von Habicht B. XIV, S. 56 ff.), in der ein ehemaliger Sultan und nunmehriger Sklave, der über das Wesen der Perlen, die Abstammung der Pferde und der Menschen Auskunft zu geben weiß, dem Fürsten uachweist, daß er der im Ehebruch erzeugte Sohn eines Bäckers sei. Die letztere Geschichte in 1601 Nacht beginnt damit, daß ein hochbetagter König sich von den Regierungsgeschäften zurückzieht, um sich dem Einsiedlerleben zu widmen und. die Krone seinem Sohne übergeben will. Aber auch dieser verzichtet auf die königliche Würde und folgt dem Vater in die Einsainkeit. Beide gerathen in Noth und der Vater schlägt als Auskunftsmittel vor, daß dieser ihn als Sklaven verkaufe und. von dem Erlöse sich eine neue Lebensstellung begründe. Der Sohn weigert sich. ״W e r wird Dich — sprach er — kaufen wolle n, da Du schon so sehr alt bist? Verkaufe mich lieber, denn nach mir wird man sich reißen." Der König erwiederte: ״Wenn Du gekaufr wirst, so wird man Dich mit Arbeit überladen, nicht so aber ist es mit mir. Uebrigens aber befehle ich Dir zu thun, was ich Dir sage." Der Alte, der über das Wesen der Perlen, die Abstammung der Pferde und Menschen genau Bescheid zu wissen vorgiebt, wird von Aarif, dem Koch eines Fürsten für zehn T a u s e n d Drachmen gekauft, dem er große Dienste leistet. Schließlich wird die Aufmerksamkeit des Fürsten auf ihn gelenkt und er beweist demselben den genauen Werth von Perlen, die Abstammung der Pferde und dessen eigene ehebrecherische Abstammung nach und wird mit Geschenken und Würden überhäuft. Einige Züge in dieser Erzählung erinnern lebhaft an die Geschichte vom armen Manne, in der dem R. Nissim zugeschriebenen Geschichtensammlung (ns׳ nan p. 24). Der Prophet Elias stellt sich dem armen Manne zur Verfügung, damit dieser ihn als Sklaven verkaufe und von dem Erlöse sich