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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1873-01-01 · Heft 2 · p. Seite 65

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
22 (1873)
Issue
Heft 2
Article
Rabbinische Agada's in 1001 Nacht
Date
1873-01-01
Page
Seite 65 (sequence 5)
Language
German
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Ein Vertrag zur Geschichte der Wanderung orientalischer Mährchen. 65 offener Straße, der Israelit ging abseits; ferner sagten sie dem Wächter selber, daß er ein B a st a r d sei, da er die Gesichtszüge des Königs an sich trage (oder daß er ein Bastard und der Sohn eines königlichen Polizeisoldaten fei)] *). Der Wächter lief den Kameeltreibern nach und als er die Aussagen der Gefangenen bestätigt fand, kehrte er zu denselben zurück, küßte sie aufs Haupt, brachte sie in sein Haus, veranstaltete ihnen ein großes Mahl, tanzte vor ihnen her und rief: Gelobt sei Gott, der die Nachkommen Abraham's auserwählt und ihnen von seiner Weisheit verliehen hat, wodurch sie aller Orten die Herren ihrer Gebieter werden. Darauf entließ er sie und sie kehrten wohlbehalten in ihre Heimath zurück. Der Midrasch Echa enthält zwei hierher gehörige Erzählungen, die erste mit der bereits mitgetheilten talmudischen Erzählung im Wesentlichen übereinstimmende lautet: Ein Athenienser kam nach Jerus alem und beschäftigte sich viertehalb Jahre mit Philosophie (Dialektik, לישן רחוכמתא). Nach Ablauf dieser Zeit kaufte er einen Sklaven, der sich hinterher als blind (einäugig) herausstellte. ״Nach viertehalbjährigem Studium bin ich so klug, daß ich einen blinden Sklaven kaufe!" rief er aus. ״Fürwahr, der Sklave ist bei alledem sehr klug und schaut gar weit" wurde ihm geantwortet. Als sie aus dem Thore zogen, sprach der Sklave zu seinem Herrn: ״Laß uns sputen, damit wir unsere Reisegesellschaft einholen." ״Haben wir denn eine Reisegesellschaft?" srug der Herr. ״Ja wohl," autwartet der Sklave. ״Vor uns her geht eine K ameelstute, die auf Einem Auge blind und von zwei Jungen trächtig ist; sie trägt zwei Schläuche, einen voll Wein und den andern voll Essig, ist uns höchstens nur vier Mll voraus und ihr T r e i b e r ist ein He i d e. Es entspann sich nun folgendes Gespräch zwischen dem Herrn und dem Sklaven: ״Sprößling des hartnäckigen Volkes (עמא רחביו־ קדל), woher siehst du ') Die eingkklaminerten Worte fehlen in unseren Talmudtexten und sind von Aruch 1 קלסטרא anfbew ahrt (במדומין אנו שאדונינו בן קלסטרא של מלך הוא) und lagen auch Raschi vor, wie aus dessen Commentar z. St. ersichtlich ist. Raschi faßt קלכזטר als Gesichtsäusdruck, Aruch als quaestionarius. Frankel. Monatsschrift. XXII. r.

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