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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1872-01-01 · Heft 11 · p. Seite 524

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
21 (1872)
Issue
Heft 11
Article
Zur Halachakritik
Date
1872-01-01
Page
Seite 524 (sequence 9)
Language
German
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524 Zur Halachalritik. in der Mischnah nicht gelesen hat; er faub feinen Widerspruch und warnichtgenötlsigt, eure doppelte Art der Untersuchung auzunehmen. Das Verständniß der Mischna läßt jetzt Nichts zn wünschen übrig. Wir fanden eS für auffallend, welche Veranlassung zur llntersuchung lag in den beiden letzten Fällen vor. Die Antwort ist, daß es sich darum handelt, ob ein Ahronide und Nasir, wenn sie eine Pflicht zu erfüllen haben, wobei sie über בית הפרם zu schreiten haben, ähnlich den in Semachot und Aboda Sara angeführten Fällen 2 לריני מטונותc., ob sie sich verunreinigen dürfen, oder ob eine Untersuchung gestattet ist, damit sie rein bleiben. In Bezug auf Teruma nun vereinen sie beide Schulen Schammai und Hillel. Ein Ahronide dürfe wohl ein solches (präsumptives) Leichenfeld beschreiten, aber er ist dadurch unrein, wohl nach dem Grundsätze (1כל שאין הנזיר מגלח עליו אין הכהנים מווהרין עליו. Hingegen hat die Schule Schanuuai's für den Nasir eine höhere levitische Reinheit angenomiilen, wie dies aus der Behauptung R. Eliesers hervorgeht: יטמא כהן גרול ואל יטמא נזיר Nasir 6, 1, (vgl. Jeruschalmi das. und Ni. Akiba Eger zur Mischna und Babli); deshalb hat sie eine Untersuchung für nothweudig gehalteig während die Schule Hillels den Nlasiräer nüt den:;בה gleichstellt, also auch hier die Untersuchung nicht gestattet. Wir glauben, daß und! in Babli Bechorot 2y der Passus דאטר רב יהודה von späterer Hand an den Rand geschrieben wurde und dann in den Text gekommen ist, und daß es dort heißen muß: בית הפרם ררבנן אי נמי שאר טומאות שאין מוזהרין עליו. Die letzten Worte beziehen sich auch auf בית הפרם, denn אי נמי ist keine neue Antwort, wie man die Worte nach der gewöhnlichm Erkläruilg nimmt. Es wird gefragt, wie darf der Ahronide sich verunreinigen? darauf die Antwort in בית הפרם oder in anderen Arten der Unreinheit, die biblisch nicht verbotell sind. So Hütten wir durch diese etwas urühsame Untersuchung ein klares Verständniß der Mischna erhalten, wie sie in Jeruschalmi, Babli und Scheeltot richtig anfgefaßt ist, die aber durch Abschrei- ') Wenn R. Tam diese Boraita verwirft, so hat R. Jsaac ihn schlagend wiederlegt vgl. Berachvt 19 t>, Sabbat 152 t>, Ketubot 4, vgl. auch Jeruschalmi Nasir 56 a der Krotoschincr Ausgabe, wo aber eine Abweichung von Babli sich befindet, das; nämlich בפני ככור הכריות a»ch ein biblisches Gebot zu übertreten erlaubt wird.

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