Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 21 (1872)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Studien über die Septuaginta und Peschito zu Jeremia
- Date
- 1872-01-01
- Page
- Seite 503 (sequence 7)
- Language
- German
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Studien über die Septuaginta und Peschito zu Jeremia. 503 Vieles besser entspricht, als das des inas. Textes. Wer möchte einer Conjectur, die auf Versionen sich stützt, nicht gern den Vorrang zuerkennen vor einer nackten, dieser Stütze entrathenden? Nur conjicire man nicht unnütz; nur glaube man nicht. man behandle die biblische Literatur mit der den classischen Philologen eigenen Akribie, wenn man sich bemüht, einen sogenannten primitiven Codex ans den LXX herzustellen. Gegen eine so vorsichtige Benutzung der Versionen, wie Ewald in seinen Propheten sie übt, wird Niemand etwas einwenden. Wenn man aber glaubt, Wunder was geleistet zir haben, wenn man die Leseart des mas. Codex — des Codex 3, Ranges — in die Anmerkung verwiesen und die aus den LXX oder der Pesch, sich ergebende Variante in den Haupttext ausgenommen hat, dann befindet man sich auf einem Irrwege, der viel gefährlicher werden kann, als der ist, den die unbedingten Vertheidiger der Masora nicht verlassen wollen. Man giebt zu, daß es noch langer Zeit und vieler Mühe bedürfen werde, bis ein nur einiger Maaßen den kritischen Ansprüchen genügender LXX-Text zu Stande gebracht werden wird, und dennoch erklären die modernen Scherbenrichter der Exegese, wenn sie vor der Alternative stehen, ob der Text der Masora oder der aus den LXX sich ergebende der richtigere sei, sich meist zrr Gunsten der LXX und jagen den masoretischen ins Exil der Anmerknng. Wir zeigen in dieser Abhandlung, in welch hohem Grade fehlbar die griechischen oder die syrischen Vertenten bei ihrem llcbersetzen verfahren sind, und wer garantirt uns mehr Glück bei der Rückübersetzung der neuesten Kritiker? Lieber verzichten mir noch einige Zeit auf das Verständniß von כדו׳ לרומי Hiob 6, 7, oder lesen, den masor. Text nur leise ändernd, כרוי לרומי, das einen recht hübschen Sinn giebtZ) als daß wir uns beeilten, mit Herrn Prof. Merx bntä כריח dafür in den Text eiuzuführen. Wenn auch die LXX wtjznn wffprjv Movtoc haben, so zeigen sie doch auch zur Genüge, daß sie לרומי vor sich gehabt haben müssen, ebenso ein Buchstabengerüste, das כרוי oder כרוי so ziemlich entspricht. 31ו einer Hiob-Ausgabe und Uebersetzung, ') Danach ist der Vers zu übersehen : Was meine Seele nicht beruhren mochll, es gleicht der Befeuchtung meines Brotes.