Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 21 (1872)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Studien über die Septuaginta und Peschito zu Jeremia
- Date
- 1872-01-01
- Page
- Seite 502 (sequence 6)
- Language
- German
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502 Studien über die Septuaginta und Peschito 51t Jeremiä. voller: אף אנון אמרו עלך מלין בי׳^ין. Beide dachten an מלא Worte, das freilich zu ראו? nicht schlecht Paßt. Allein bei einiger Ueberlegung hätten sie gefunden, daß das Wort ein gut hebräisches ist, zumal ja Beide קראו מלאי Jer. Cap. 4, V. 5 durch ״ruft aus voller Kehle" ״rufet laut" wiedergeben; die Pesch, durch קרו בקלא רמא, das Targ. durch אכלו אסגו. Noch frappanter ist die Stelle 46, 18: כי בחבור בהרים וככרמל בים יבוא, wofür die Pesch, hat: אלאנפלפרעון איך תברא רטורא. Hier nun nicht an den Berg Tabor zu beulen, sondern durch den Gleichklang von וקבור mit dem syrischen תברא sich zu solchem Mißverständnisse verleiten zu lassen; dies scheint wohl eher ein Phänomen für die Psychologie, als für die Exegese. Man verzeihe uns, daß wir hiermit eine Schwenkung ins Gebiet der Peschito gemacht haben, die wir erst im zweiten Theile dieser Abhandlung besprechen wollten, da das, wozu wir Belege uns aus der Peschito geholt, für alle Versionen und insbesondere auch für die LXX von Wichtigkeit ist. Was wir wohl gewonnen haben, wenn wir die Jdeen-Association als wichtigen Factor annehmen bei der Entstehung der alten Versionen? Nun, nichts Geringeres, als das, daß wir wissen, ein wie mattes und getrübtes Bild des Grnndtextes die Versionen uns bieten, daß jener Standpunkt aufgegeben werden muß, »ou welchem aus man so häufig den masoretischen Text ohne Grund nach den LXX schulmeistert. Es ist, gegenüber mancheir Ausschreitungen in dieser Richtung geboten, ja geradezu eine wissenschaftliche Aufgabe, zu zeigen, wie vorsichtig die Versionen benutzt werden müssen; es ist ein Verdienst um die exegetische Wissenschaft, der kebraoa veritas —nicht der absoluten, sondern der relativen, — an die Hyronimus naiv geglaubt hat, das Terrain zurückzuerobern, das ihr gebührt. Wir wollen uns damit nicht zu unbedingten Vertheidigern einer jeden masoretischen Textesstelle aufwerfen und den Versionen jeden Werth absprechen. Gewiß dürfen wir uns von den alten Bettenten ratheu lassen, wie wir ein schlecht vocalisirtes Wort besser vocalisiren, wie wir ein Buchstaben-, oder Wörtergerippe zusammenstellen, das dem Gedankengange des Schriftstellers um