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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1872-01-01 · Heft 11 · p. Seite 485

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
21 (1872)
Issue
Heft 11
Article
Die Doxologien in den Psalmen
Date
1872-01-01
Page
Seite 485 (sequence 5)
Language
German
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Die Doxologien in den Psalmen. 485 Nach dieser Auseinandersetzung ist man in den Stand gesetzte Delitzsch' Folgerung für das Alter der Fünftheilung der Psalmen auf ihren wahren Werth zu reduciren. Aus dem Umstände, daß der in der Chronik David in den Mund gelegte Psalm bereits diese Doxologie enthält, folgert D., daß diese bereits zur Zeit der Abfassung der Chronik, also um 400—300, angehängt gewesen sei, folglich, daß schon damals die Pentatomie des Psalters bestanden haben müsse. Der Chronist habe also den Psalm sammt der dabei befindlichen, nicht zum Inhalt gehörigen Doxologie copirt, vielleicht gar in dem Wahne, daß das Finale einen Bestandtheil des Psalmes bilde. Diese Schlußfolgerung ist schon an sich falsch. Die Doxologie ist im Psalter dein Ps. 106 angehängt, während in der Chronik nur der erste Theil des vorangehenden Psalmes (105) copirt ist. Wollte man selbst annehmen, daß beide Psalmen 105—106 ursprünglich einen einzigen ausgemacht haben, und daß also die Doxologie von 106 auch zu 105 gehöre, so wird die Schlußfolgerung Delitzsch' dadurch nicht bündiger. Denn im Grunde ist, wie schon erwähnt, in der Chronik die Doxologie nicht zum Fragment von Ps. 103, sondern zu dem von Ps. 96 angehängt. Wie konrmt sie hierher? Bildet etwa dieser Psalm auch den Schluß eines Psalmbuches? Man kann sich nur dabei zurecht finden, wenn man voraussetzt, daß für sämmtliche bei der Liturgie an gewendeten Psalmen diese Doxologie in Gebrauch war, bestehend aus der Eulogie (ברכה) der Vortragenden (Leviten) und dem Responsorium der Gemeinde. Eben so falsch ist Delitzsch' Annahme, daß— da zum letzten Psalmbuche die eigentliche Doxologie thatsächlich fehlt — der Psalm 150, welcher zum Lobpreisen auffordert, dieselbe vertrete und ersetze. Wir haben aber gesunden, daß die Finaldoxologie ein ganz bestimmtes Gepräge hatte, und eine stehende Formel war, ferner, daß sie als Aufforderung an die Gemeinde gerichtet war

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