Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 21 (1872)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Studien über die Septuaginta und Peschito zu Jeremia
- Date
- 1872-01-01
- Page
- Seite 454 (sequence 11)
- Language
- German
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454 Studien über die Septuaginta und Peschito zu Jeremia. קרח רשת קיר חרשת gelesen, wovon xeigäSas avxpov eine wörtliche Uebersetzung ist. Das <xvx!jov ist sicherlich acht, wie wir iin Allgemeinen glauben, daß Fehler, welche nur auf unrichtige Lesung oder Deutung des hebräischen Textes sich zurückführen lassen, nicht den Abschreibern, sondern einzig und allein den Verteilten zur Last gelegt werden dürfen. Bleiben -wir, durch den Jrrthum mit מלא angeregt, bei den Fehlern stehen, die unser Vertent, durch den Gleichklang irre geführt, begangen hat. Allerdings erscheint es für unsere Begriffe recht sonderbar, daß Jemand bei solch ungenügender Sprachkenutniß sich an die Uebersetzung irgend einer Schrift machen konnte. Gleichwohl müssen wir die Thatsache anerkennen, so, wie sie ist. Kennen wir doch weder die zeitlichen, noch die örtlichen Verhältnisse, unter welchen die Version zu den nicht-pentateuchischen Büchern entstand; wiffen wir doch nicht, ob die Beschaffenheit des Textes, wie er dem Verteilten vorlag, nicht auch einen Kenner irre zu leiten und zu verwirren im Stande war. Für uns ist es gleichgültig, ob erst der Uebersetzer all die Fehler begangen hat, deren Spuren in seinem Werke sich finden, oder ob ein großer Theil der Schuld den Text trifft, aus dem er übersetzt. Nur her Kürze halber sprechen wir bloß vom Vertenten. Bekanntlich hat Tychsen י) den Nachweis zu führen versucht, daß allen griechischell Vertenten — nicht allein der 8ept. — der hebräische Text in griechischer Transscription Vorgelegen habe. Aber eine jede Hypothese, der man eine allzu große Ausdehnung giebt, muß fallen, wenn auch Manches für sie spricht. So hat auch Tychsen seiner Hypothese dadurch geschadet, daß er vermeinte, alle Fehler griechischer Vertenten daraus erklären zu können, daß er ferner seine Vermuthuug auch auf jene Uebersetzungen ausdehnte, bei deren Urhebern man eine gründliche Kenntniß des Hebräischen und füglich auch die Benutzung eines hebräisch geschriebenen Original's voranssetzen darf. Zudem mangelte Tychsen die Kenntniß der hebräischen Traditionen, denen der eine oder der andere Uebersetzer bisweilen gefolgt ist.^) Er ') Tentamen de variis codicum u. s. n>. Rostock 1772 p. 65 u. ff. *) Vergl. Frankels Vorstudien S. 182 u. ff. Wir werden bei einer