Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 21 (1872)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Studien über die Septuaginta und Peschito zu Jeremia
- Date
- 1872-01-01
- Page
- Seite 446 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2829132-2829416-2829427-2866818--14363-2866846- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
446 Studien über die Septuaginta und Peschito zu Jeremia. jetzt hinlänglich bekannt, daß weder im masorethischen Texte, noch in den: der LXX die Ordnung beibehalten worden ist, welche der Prophet seinen Weißsagungen gegeben hat. lieber die Durchbrechung des was. Cp. 25 bei den LXX klagen die Exegeten fast sämmtlich. Für die eigenthümliche Ordnung der Weißsagungen an die fremden Völker bei den LXX besitzen wir mehrere Hypothesen, voir denen keine, auch nur in! Geringsten, befriedigt. Aber für ursprünglich hält Nieniand die Ordnung der LXX, Bleek ausgenommen, der sie deshalb für älter hält, weil sie vernünftig sich nicht erklären lasse und ein Späterer wohl einen Grmid haben konnte, das Unvernünftige zu ändern, nicht aber unigekehrt (!) — Grabe, Eichhorn, Movers und die Spätern haben diesem Gegenstände viel zu viel Wichtigkeit zuerkannt. Noch getheilter sind die Ansichten über die Versgruppen, die im masor. Texte wohl Vorkommen, bei den LXX aber fehlen. Wir wollen uns hier nur über jene Versgruppen kurz aussprechen, die im mas. Texte zwei Male Vorkommen, von den LXX aber nur Ein Mal übersetzt werden. Hier ist noch nichts Stichhaltiges gegen die von Spohn י) bereits gemachte Bemerkung vorgebracht worden, daß der Vertent meist diejenigen Gruppen weggelassen hat, die er schon früher übersetzt hatte. Man hat gar nicht nöthig, gegen den Einwurf, roantm dies nicht immer geschehen sei, sich mit Spohn damit zu vertheidigen, daß rnan mehrere Vertenten annimmt, von denen jeder seine Eigenart mag gehabt haben — ist auch die Annahme zweier Vertenten aus später zu entwickelnden Gründen höchst wahrscheinlich, so bleibt es dennoch unstatthaft, wie man nach Spohn es müßte, die Version ganz zn parcelliren; — denn so lange bleibt Spohn's Bemerkung in voller Gültigkeit, als nicht gezeigt wird, es fehle ein doppelt Vorkommender Passus bei den LXX das erste Mal und finde sich erst beini zweiten Male vor. Uebrigens trifft die Schuld des Weglassens wahrscheinlich nicht die Vertenten, sondern die Abschreiber. Jedenfalls war das 25. Cap. schon durchbrochen und hatte die Weißsagung über Egypten (Cap. 46 mas.) schon ihren gegenwärtigen Platz bei den LXX, ehe V. 10 und 11 des mas. Cap. ') In dem Werke: Jeremia vates e versione Jndaeor. Alex. etc. a G. L. Spohn. Lips. 1794 Vol. II,