Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1872-01-01 · Heft 10 · p. Seite 445

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
21 (1872)
Issue
Heft 10
Article
Studien über die Septuaginta und Peschito zu Jeremia
Date
1872-01-01
Page
Seite 445 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2829132-2829416-2829427-2866818--14362-2866845
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Studien über die Septuaginta und Peschito zu Jeremia. 44S Male sinnlos, für uns ein psychologisches unb geschichtliches Räthsel bleiben wird; so viel läßt sich mit Bestimmtheit sagen, in ihr zeige sich mehr die Herrschaft eines gewissen Taets, der im Momente der Noth sich einfindet, die Schwierigkeit bald mit Geschick löst, bald auf plumpe Art beseitigt, als das Walten einer bewußten, auf feste Principien sich stützenden Ueberlegung, wie sie in der Peschito und im Targum sich zumeist kundgiebt. Daß die Peschito eine einfache, richtige und darum ans reiflicher Ueberlegnng hervorgegangene Version ist, wird von Niemanden bestritteil oder auch nur bezweifelt. Aber auch das jonathan'sche Targum birgt unter der agadistischen Schale nleist einen für die Exegese werthoollen Kern, und wer nur erst mit seinen Gewöhnheiten sich vertraut gemacht, dein kann es nicht schwer werden, ihn für die Wissenschaft anszubeuten.H Wir gehen nun zur Betrachtung der LXX über. I. Die LXX zu Jeremia. Wir bemerken gleich, daß wir keinesivegs im Sinne haben, die Frage eines Weiteren auseinanderzusetzen, ob es eine von der masoretischen völlig verschied ein׳, vielleicht gar höher als diese stehende alexaudrinische Reeension unseres Propheten gebe, oder nicht. Wir wollen die lange Reihe der Untersuchungen über diesen Gegenstand nicht noch um Ein Glied verlängern. Es ist eher Sache der ״Erklärer" unsres Propheten, als Gegenstand einer besonderen Monographie, bei seder einzelnen Stelle zu prüfen, welcher Reeension der Vorzug gebühre. Haben wir doch an den älteren und jüngeren Monographieen, die dieser Gegenstand hervorgerufen hat, und an den Auseinandersetzungen in den isagogischen Schriften, die ihrer Natur nach auf ein Erfassen des Allgemeinen angewiesen sind, gemerkt, daß man bei mehr allgemeinen Erwägungen leicht in den Fehler verfällt, sich allzu hartnäckig aus die eine oder die andere Seite zu stellen, während es den Erklärer», mit Ausnahme Gras's, der mit rücksichtsloser Entschiedenheit für den masorethischen Text eintrat, und an den LXX kein gutes Haar ließ — möglich wurde, mit Besonnenheit und frei von Vorurtheilen vorzugehen. Und eigentlich ist eine nochmalige gründliche Untersuchung nicht von Nöthen. Es ist ') Vgl. Frankel: Zu dem Targum der Propheten. Breslau 1872.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.