Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 21 (1872)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Studien über die Septuaginta und Peschito zu Jeremia
- Date
- 1872-01-01
- Page
- Seite 444 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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444 Studien über die Septuaginta und Peschito zu Jeremia. Studien über die Septuaginta und Ueschito zu Zeremia- Von V1-. P. F. F r a n k l. Fm die Erforschung der alten Versionen zu den prophetischen Schriften und die Lösung der Frage nach der Einheit oder Mehrheit der Vertenten ist es am vortheilhaftesten, mit Jerenria zu beginnen, und dies ans mehreren Gründen; zunächst, weil das Verstandniß des hebräischen Textes nur an wenigen Stellen so schwierig ist, daß wir nicht gut der Hilfe der Versionen entrathen könnten, und die Prüfung über Werth oder Unwerth einer Version nur dann zu einem gedeihlichen Resultate führen kann, wenn wir uns in einer gewissen Unabhängigkeit von ihr erhalten können; dann, weil die vielen Parallelstellea in Jeremia zu Jesaia, Obadja und Habakuk uns eine Handhabe bieten, das Verhältniß des Vertenten des Jeremia zu dem des Jesaia u. s. w. einiger Maaßeu zu bestimmen. Allerdings tritt manch auffälliger Punkt gleichmäßig an der Uebersetzung aller ״alexandrinischeu" Versionen zu den prophetischen und poetischen Büchern hervor; so z. B. wird allenthalben von der LXX das Verbum כ$ל mit seinen Derivata in der Bedeutung ״schwach, kraftlos sein" anfgefaßt und meist durch äad-evelv nur in Jesaia durch die synonymen Verba «<)'; rcaeiv, xomä&tv und bergt, wiedergegeben, so daß es schwer fällt, zu entscheiden, ob sie es mit וחלש unbewußt vertauscht oder absichtlich damit identisicirt Haben. Doch ist eine derartige Uebereinstiinmung in der Auffassung Eines Wortes noch kein hinreichender Grund für die Annahme eines einzigen klebersetzers; so wenig, wie die Entdeckung einer verschiedenen Auffassung, wenn die eine nur nicht völlig sinnlos, ohne Weiteres die Verschiedenheit der Uebersetzer beweist. Obgleich die Entstehung der Version der I.XX zu den nicht pentateuchischen Büchern, wie sie uns vorliegt, voll von Widersprüchen, hier genau, dort oberflächlich, einmal geistvoll, andere