Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 21 (1872)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Miscellen zur rabbinischen Sprach- und Alterthumskunde
- Date
- 1872-01-01
- Page
- Seite 374 (sequence 17)
- Language
- German
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374 Miscellen zur rabbinischen Sprach- und Alterthumskunde. Sohne Dinte und Feder, (ftäXav xal xaXdfiovg). Ine Midrasch Rabba ed. Const. 1512 lautet jedoch die Stelle einmal: טלו מילאגין וקלטטין imb pmutat( טלו סילאנין ו ק למר ין und im Aruch: טלו מילנין ו ק ל מ י ן ו ק ר נ ד י ל י ן und dazu die Erklärung: מילגין Dinte, קלמין Schreibegefäß, (calamarium — קלטין קסת כמו קלט ר ין) und ק ו נ ד י ל י ן Feder (ק ו נ ד ילין ק ולמוט). Die späteren Lexicographen haben קונרילין etynrologisch nicht erklärt, bloß Musafia schreibt, daß es lateinisch einen Siegelring bedeute. Er denkt offenbar an das seltene condalium, Ring, das einmal bei Plautus und bei den Späteren als condalus (zusammenhängend mit xovfivXog Fingergeleak) vorkommt. Löw graphische Requisiten ruid Erzeugnisse bei den Juden l, 175, 238 übergeht bei der Besprechung der Stelle in Bsresch. Rabba קוגדילין mit Stillschweigen. Die Erklärung des Aruch ist vollkommen zutreffend. קונדילון ist das spätgriech. xo vdvXog, xovSvXt nach Portnis bei Uueangs ^loss. gr. 8. V. xaXäfio, calamus, äovai, xa.laf.10c, calamus scriptorius, also vollständig übereinstimmend mit der Erklärung des Aruch קונדילץ קולמוס, Schreibfeder; nach eurer anderen Glosse: xawCa, xovSCXov imv xaXäfmv, das Schreibrohr. Andere sornren das Wort: xövnXog, xovriXt ^davon xovmXiudyjuoo Federmesser) und xovSlXtov. In dieser letzteren Form wird das Wort Vorzugsweise für Pinsel zum Malen der Buchstaben und zur Goldschrift gebraucht. Die Stelle in Ber. N. ist also zu lesen: טלו מילנין וקלמרין וקונדילין und zu übersetzen: bringet Dinte, Schreibgefäß und Federn rneinenr Sohne. In spätereir Ausgaben ist קונדילין ausgefallen, entweder weil das Wort nicht verstanden oder als identisch mit קלטין für überflüssig gehalten wurde. ״Abgeleitet von xovSCXiov ist das Wort!xovoy.ovSf.hov für die künstlich verschlungenen Unterschriften von Namen, Sprüchen u. a, wie dergleichen Spielereien im Orient noch jetzt beliebt sind." (Wattenbach das Schristwesen im Mittelalter IStt). Dadurch ist vielleicht das trotz der verschiedenen Erklärungen der Gaonim im Aruch und bei Nascht noch immer dunkele ג ו נ ד ל י ח (Gitkin 87b) verständlicher: Die Zeugen der beiden Scheide- Briefe haben ihre Namen in einander verschlungen unterzeichnet, daß der Name des Einen Zeugen nicht mehr genau zu ermitteln ist. Aehnlich klingt die zweite Erklärung des Aruch: פס׳ אחר