Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 21 (1872)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Das Sündenregister in Ewald's hebräischer Grammatik
- Date
- 1872-01-01
- Page
- Seite 321 (sequence 6)
- Language
- German
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Das Sündenreglstir in Ewald's hebräischer Grammatik. 321 העיר עליהן ותאמרנה הואת נעמי. Beide Beispiele sind falsch und dem Verfasser eines Lehrb. sollte ein solcher Schnitzer nicht passtren. המם bedeutet lediglich ״in Verwirrung setzen", in panischen Schrecken versetzen, und plötzliche Flucht bringen" und zwar transitiv , wobei es auch ganz still zugehen kann. Dagegen bedeutet ״ המהtu Unruhe versetzt sein" mit dem Nebenbegriff des lauten Jainmers, auch ״brausen" von: Meere gebraucht, und zwar intransitiv. In B. Samuel ivird erzählt, daß die Israeliten die Bundeslade ins Lager brachten, lauten Lärm machten וחהם הארץ, so daß die Erde davon erdröhnte; es stammt von המה, und müßte eigentlich ותהם oder ותרום vokalisirt sein. Allein bei lautühulichen Verben werden die Foruren verwechselt wie die רמה und רמם. In Ruth wird erzählt, daß die Stadtleute bei Ankunft der heruntergekommenen Naami staunten, und die Weider ausriefcn: ״Ist das Naanii?" Also ״ ,והרמה העירdie Stadt staunte." Wo bleibt nun Stütze für die Ewald'sche Regel? Selbst die Beispiele von הסוו הבוק Jes. 24, 3 beweisen nichts, doch das würde zu weit führen. S. 302 wird als Beispiel angeführt, das sich noch Spüren des ו im Anfänge der Stämme erhalten haben, neben ולר auch וזר Sprüche 21, 8. Das Wort soll ״Schuldbeladen" bedeulen. Ueber Etymologien darf man sich mit Ewald gar nicht einlasseil, zumal wenn er das arabische Lexicoir zu Hilfe ruft und Formen und Bedeutung so lange streckt und dehnt, bis sie sich ihm fügen. Aber indem citirten V. ist das Wort וזר nichts weiter als dittographirt vom folgenden ווך, und zu איש fehlt ein zweites Glied. Mail muß sich überhaupt hüten aus d eil ürm'S Xsyoneva Regeln zu abstcahireu, weil man weder für die richtige Lautung, llvch für die Forni und noch weniger für die Bedeutung einstehen kann. Hätte Ewald diese Vorsicht befolgt, so wäre er nicht in die Thorheit gerathen, Wörter wie מחספס ,שסי ,זרזיר ,זרזיף ,פרשו nud andere regelrecht machen zu wollen. Ewald ist förmlich von einer Sucht besessen, ungefügige Wörter und Formen per los et netss unter Regeln z>l bringen, als wenn er gegeir Textkritik blind lväre. Das Wort קבל־עם (II. Könige 15, 10) hat ein sonderbares Aussehen. Ewald hat gar daraus einen König gemacht (Geschichte des Volkes Israel Frankel, Monatsschrift XXI. 1. 2t