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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1872-01-01 · Heft 7 · p. Seite 318

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
21 (1872)
Issue
Heft 7
Article
Das Sündenregister in Ewald's hebräischer Grammatik
Date
1872-01-01
Page
Seite 318 (sequence 3)
Language
German
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318 Das Sündenregister in Ervald's hebräischer Grammatik. zusammenhängt, welche das tiefere Verständniß der heiligen Schriften ermitteln und erleichtern sollen, noch keine eingehende Berichtigung erfahren. Der Hauptfehler der Ewald'schen Regeln sind, daß sie auf Triebsand und Ungrund gebaut sind. Daher sollen hier alle anderweitigen Sünden ungerügt bleiben, z. B. daß er die Nüancirung der Aussprache nach dem herrschend gewordenen tiberiensischen Laut-System auseinandersetzt, und das alte assyrische System in einer nichtssagenden Anmerkung abmacht, ohne auch nur im Geringsten das Verhältniß des Alters und der Bedeutung beider zu einander zu berühren. Ein ausführliches wisienschaftliches Lehrbuch der hebräischeil Grammatik muß diesen Punkt klar beleuchten.') Die etymologische Bedeutung der mannigfach variirenden Termini für Vocale, Accente und diakritische Zeichen darf auch nicht fehlen. Das Ewald'sche Lehrbuch hat nicht einmal eine Ahnung von der Existenz der Verschiedenheit. Doch das sind Nebendinge. Besonnene Forscher, welche die Beschaffenheit des Textes kennen, aus bern die Regeln gezogen werden, verfehlen nicht, bei dunkeln oder regelwidrigen Erscheinungen der Grammatik anzumerken: ״wenn die Lesart richtig ist." Sie hüten sich, aus einer Anomalie eine andere erklären zu wollen. Das Ewaldsiche Lehrbuch kümnrert sich um solche Kleinigkeiten nicht, sondern baut Regeln auf Regeln bis zur Höhe eines babylonischen Thurmes und bewirkt dadurch buchstäblich eine Sprachverwirrung. Es ist ihm bereits nachgeiviesen, daß er phantastische Hiphil-Formen annimmt von den Verba חלם ,עזר ,עני und קני (Jahrg. 1871, S. 80). Diese Rücksichtslosigkeit, diese kritische Nonchalance zeigt sich auch oft in der Lautxinb Formlehre, mehr aber noch in dem syntaxtischen Theile. Als Beispiele der Sünden in der Laut- und Formlehre mögen hier folgende aufgeführt sein. Jeder kundige Hebraist erkennt, daß das Wort ב עי ם רוחו (Jes. 11, 15), eine höchst verdächtige Physioguoinie hat, lautlich und etymologisch unverständlich ist. Luzzatto hat daher eine glückliche Emendation vorgeschlagen!נעצם רוח. Nichtsdestoweniger führt das Lehrbuch dieses Wort ') Vergl. Auszug aus Monatsbericht der k. Akademie der Wissenschaft von Berlin 10. Juli 1865.

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