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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1872-01-01 · Heft 7 · p. Seite 317

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
21 (1872)
Issue
Heft 7
Article
Das Sündenregister in Ewald's hebräischer Grammatik
Date
1872-01-01
Page
Seite 317 (sequence 2)
Language
German
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Das Sündenregister in Ewalds hebräischer Grammatik. 317 herrschend gewordene mechanische System gestürzt nnd dafür so zu sagen eine dynamische ans der inner» Entwickelung der Sprache beruhenden Theorie gesetzt hat. Die hebräischen Linguistik würde aber gegen die andersprachliche Philologie Zurückbleiben, wenn nicht die Jrrthümer aufgedeckt werden, welche Ewald's Grammatik in erdrückender Menge enthält. Er selbst hat sie irr derr neuen Auflagen nicht verbessert, hat sie also nicht als solche erkannt, konnte sie auch nicht erkennerr, rveil er auf seinem Standpunkte allzubefangen ist und sich selbst für päpstlich unfehlbar hält. Eine Kritik der von Ewald ausgestellten grammatischen Regeln ist also gegenwärtig eine Nothwendigkeit. Es ist zwar sehr schwer, dieselben gewissen- Haft einer Kritik zu unterziehen, ohrre auf die letzten Gründe der Jrrthümer einzngeheu, die — darüber wird es kaum unter den Fachmänrreru eine dissentireude Stimme geben —• die mit krankhaften Erscheinungeir seines Temperaments oder seiner Seelenanlage so enge verwachsen sind, daß man nicht umhin kann, bei der Aufdeckung seiner wissenschaftlichen Schwächen auch auf seine Charakterbildung einzugehen. Seine Rechthaberei, seine Unzugänglichkeit für Wahrheiten, die nicht von ihm selbst ansgehen, selbst sein zwischen Glauben und Unglauben, zwischen Orthodoxie und Kritik hin und her schwankendes Gemüth find die Quellen seiner wissenschaftlichen, wie seiner politischen Jrrthümer. Es ist daher eine höchst peinliche Aufgabe, Ewald gegenüber großmüthig zu sein, seine Person aus dem Spiele zu lassen, die sich aufdrängenden drastischen Mittel abzuweisen nnd sich kühl objektiv zu verhalten. Aber aus Respekt vor den! Publikum und aus Rücksicht auf die Würde der Wissenschaft muß nran sich diesen Zwang selbst auflegeu, so wenig Dank auch von Ewald für eine solche Zurückhaltung zu erwarten ist, da er jeden Kritiker, welcher nur ein lots subscriptum von ihm abweicht, als Jgiroranterr, ja noch schlimmer, als Verräther an Deutschland und Verbrecher an der Menschheit stempelt. Die Lautirnd Formenlehre im Ewald'schen Lehrbuche soll hier mit Stillschweigen übergangen werden, weil diese Seite der hebräischen Linguistik von Anderen, Luzzatto, Olshausen und Böttcher nach anderen Gesichtspunkten bereits vielfach beleuchtet und auch der Gegenstand controverser Natur ist. Dagegeir haben die edlern, höheren Theile derselben, die Syntax, und was damit

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