Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 21 (1872)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Die Zusätze in der LXX zu Hiob
- Date
- 1872-01-01
- Page
- Seite 312 (sequence 7)
- Language
- German
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312 Die Zusätze in der LXX zu Hiob. diese ganze Controverse, die uns in der Tosiphtha völlig erhalten blieb, in besonderer Rücksicht auf Jethro, Hiob und Bileam') geführt worden wäre. — Jethro und Bileam griffen bekanntlich in das Getriebe der Geschichte Israels ein, jener fördernd, dieser hemmend. Hiob war der dritte Heide — nach der älteren Anschauung, die in der angeführten Boraitha des R. Chija als etwas Selbstverständliches vorausgesetzt wird — dessen Leben Israel näher gerückt war. Läßt die pentateuchische Erzählung Moses zu Jethro und Bileam in Beziehung treten, so holt die Sage in späten Zeiten dasselbe von Hiob nach. .משה כתב ספרו ופרשת בלעם לאיוב ״Mose schrieb sein Buch, den Abschnitt von Bileain und das Buch Hiob." Liegt dem nicht der Gedanke zu Grunde, daß die Offenbarung, wie Gott sie dem Moses zu Theil werden ließ, die höchste und vollendetste, die alluursassendste ist? Mose weiß nicht allein, was Gott für Israel ihm befiehlt, er kennt auch die Gedanken, die Gott dem Heiden-Propheten Hiob eingegeben, er vernimmt auch deutlich, was die leise flüsternde Stimme dem Eliphaz kündet im nächtlichen Gesichte, er hört auch, wie Gott dem Hiob sich geoffenbart. Die drei heidnischen Männer, von denen der eine, Bileam, ein unziveideutiger, entschiedener Gegner Jsrael's war, der andere, Jethro, ein rückhaltslossr Freund und Verehrer dieses Volkes, der dritte, Hiob, aus einem für die Wissenschaft freilich leicht erklärlichen Grunde, gegen Israel sich vollkommen gleichgültig verhielt, sie mußten alle in Moses Zeit hineinragen. Nach Mose hätten sie nie und nimmer zu einiger Bedeutung gelangen können. Sie mußten aber Moses Zeit erleben, um ihm als Folie zu dienen, und je nach ihrem Verhalten von ihm, dein Meister, überwunden zu werden. Diese Gedankenreihe liegt all ') Freilich weist Geiger: Indische Zeitschrift Jahrgang VI, Seite 32 ff. nach theilweisem Vorgänge Beer's bei Jost: Gesch. des Judenthums und seiner Sekten Band I, Seite 4Q5 mit Recht nach , unter Bileam sei in den talmudischen Schriften, namentlich Syuh. 1l, Mischna 2 Jesus zu verstehen. Allein, er bemerkt ja selbst, daß beide Bilder dennoch nicht in einander aufgegangen ftnd, wie aus der bekannten Stelle Gittin Babli 57 a: תא חזי מה בין פושעי ישראל לנביאי אומות העולם hervorgeht. Es scheint, daß die Speculation, freilich angeregt durch den näherliegenden Gegenstand, immer weitere Kreise erfaßte, bis sic au die Prüfung des Verhältnisses, in welchem das wirkliche Heidenthum zum Judenthume stand, gelangte.