Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 21 (1872)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Über die Ursprünge des Philonischen Logos
- Date
- 1872-01-01
- Page
- Seite 303 (sequence 15)
- Language
- German
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Ueber die Ursprünge des Philomschen Logos. 308 derselben, während Zeno mehr ihr Pathe war, der ihr den Namm gegeben hat. Von derer rvirklicherr Lehrinhalt der stoischen Physik war Philo, so viele stoische Gedanken und Worte in seinen Schriften stehen, als Jude weit entfernt; er ist Monotheist, während die Stoa pantheistisch ist; ihm ist die Materie nur etrvas sekundäres, er bezeichnet sie zurneist mit platonischen Ausdrücken, sehr häufig als T0!i'i] ov und nur sehr selten als ovaCa im Sinne der Stoiker, während diese starre Materialisten sind und einzig die Materie als ovaia bezeichnen; zwar wird an einer Stelle in de incorruptibilitate mundi der XoyoQ a;rtouunx6i mit dem Feuer identisicirt, allein diese Stelle beweist nichts für Philo, da diese ganze Schrift nach Frankel, Palästinensische und Alexandrinische Schriftforschung, (und hierin folgt ihm Heinze) nicht von Philo herrührt. Und auch einige andere echt philonische Sätze, welche den 160ך^ materialistisch fassen, beweisen nur, daß er in den stoischen Kunstausdrückeu redend, für sein Princip nicht stets den rein geistigen koncisen Ausdruck zur Hand hatte und Feuer und Geist verwechselte. Der platonische Idealismus wußte ihm weit eher zu sagen, nur zwang sein Monotheismus ihn dazu, die Ideen als entstanden, und der Fortschritt der Philosophie, sie als wirksam zu denken. Aber neben diesen unpersönlichen Auffassungen des Logos und der Xoyot, bei der er füglich ganz gut in die Gottheit verlegt werden kann, finden wir bei Philo noch eine ganz andere. ״Der Logos, sagt Gförer, ist die älteste Schöpfung Gottes nicht nngezeugt wie Gott, nicht erschaffen wie die endlichen Wesen, er ist der Sohn des einigen Vaters, sein Ebenbild, der Urmensch, Schöpfer der Welt, Mittler zwischen Gott und den Menschen, Schutzengel, Vertreter, Hohepriester der Welt, der oberste Engel, der Untergott und Regent der Welt, den der Herr eingesetzt hat, weil er wegen seiner Reinheit die Materie nicht berühren darf," er ist vielfach in der Urgeschichte des jüdischen Volkes sichtbar;