Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 21 (1872)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Über die Ursprünge des Philonischen Logos
- Date
- 1872-01-01
- Page
- Seite 301 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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lieber die Ursprünge des Philonischen Logos. SSI Urtheil einer Erweiterung auf die gesammte Lehre Philo's fähig. Daß Philo auf jeder Seite die stoische Terminologie benutzt, darf uns nicht irre machen. Die Lehre der Stoa war damals Tagesphilosophie, und das will in einer Zeit, die fast gar keine Religion, sondern nur einen religiös-politischen Kultus hatte, noch viel mehr bedeuten als heut zu Tage; zudem war sie durch die Anschmiegung an die überkommenen religiösen Borstellungen, durch ihre vorwiegend praktisch-ethische Tendenz besonders populär geworden; so wäre es nicht auffallend, wenn auch derjenige in ihrer Sprache philosophirt hätte, der sich nicht zu ihren Gedanken bekennen konnte. Unseres Dafürhaltens drückt das bekannte Wort ״<L>Omv nlaxu>vC£u, Philo platonisirt, das Verhältniß Philo's zu seinen Vorgängern weit besser aus als das andere : Philo stoisirt. 71X(mm>C£e1 ist nicht nur ״gut behältlich," wie es genannt worden ist, sondern auch ״gut gehaltlich." Der Philonisnms ist eine, durch die Kritik des Aristoteles, durch den dpnamischen Pantheismus der Stoa und durch die Gottheitslehre des Judenthums bedingte Modifikation der platonischen Jdeenlehre; sowohl die Eigenart des philonischen Geistes wie die metaphyfische Quintessenz seines Systems erinnert lebhaft an Plato. Philo lehrt: wie iit dem Plan eines Baumeisters, der eine Stadt erbauen will, die Urbilder und Muster dieser Stadt beschlossen sind, so prägte Gott zuerst die intelligible Welt aus, weil nichts tadellos ist, was nicht nach einer urbildlichen und intelligiblen Idee geformt ist. Diese intelligible Welt ist nun auf der einen Seite aufgefaßt als das Werk des Logos, sodann aber als der weltschöpferische Logos selbst, ״denn die intelligible Stadt sei nichts anderes, als die überlegende Kraft des Baumeisters, der daran denkt, die sichtbare Stadt nach der intelligibeln zu formen; ovSs yäo s, voqzij nohg ezeoov tt süzlv 7j 6 ■rov äoxiTsxTovog /.oytcr/zog ijiitj vijv alaihjzijv zm '/xv Ttj voytf! xrC'Qetv dutvooviiürov, der Äoyog ist die idect ISscov, und wie als Urbilder, so niinmt Philo die Ideen auch als die Gattungen, denen