Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 21 (1872)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Über die Ursprünge des Philonischen Logos
- Date
- 1872-01-01
- Page
- Seite 300 (sequence 12)
- Language
- German
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300 Ueber die Ursprünge des Philonischen Logos. ziemlich verschleiert, die Gottheit bekömmt ein ziemlich unwirsches Gefolge, und sollte gesagt werden: das Uebel kömmt nicht aus Gott, so kann es kaum schwerfälliger als mit deu Wörter: geschehen: es ist nicht in Gott, sondern es folgt ihm nur. Der Sinn würde sich noch leichter fügen, wenn es in der zweiten Zeile statt (firm äs yß.üLc hieße: <t ovyl 60 cc; — und nimmer ihr folget Haß und Streit u. f. w. sondern das Böse sei stets der Menschen eigene Schuld. So hat diese Stelle, wie es uns wenigstens scheint, nicht die weitreichende Bedeutung für das philosophische Princip der Mittelstufen zivischer: Gott und Welt, welche der Verf. ihr beilegt. Jrn klebrigen ist auch der Verf. geneigt — und hierin folgt er im Wesentlichen der Autorität Zellers — anzunehmen, daß Philo zwar in der Hypostasirung der aoq>ia im Buche der Weisheit und anderen Schriften Keime der Logosidee vorgefunden, aber er erst habe diese noch ganz unfertigen Keime zur Frucht gezeitigt. Ganz irrig ist, wie schon oben bemerkt worden, die Meinung Gförers, der Logos und zwar der personiftcirte und von Gott getrennt gedachte sei damals gleichsam Volksgedanke gewesen, und er sei ebendeswegen fast zu gleicher Zeit in Alexandrien und Judäa hervorgebrochen; hierfür bieten die Quellen gar keinen Anhalt. Auf die Zusammenhänge >) Philo's niit der Stoa hat zuerst Zeller deutlich hingewiesen, und schon der Terminus Logos, dieses Alpha und Omega der Spekulation des Alexandriners, ist ja dieser Schule entlehnt. Jedoch dürfte dieser Zusammenhang viel zu eng gefaßt worden sein, wenn׳ der Philonismus kurzweg als ״eine Ausgleichung zwischen den: Stoicismus und der Schrift" bezeichnet worden ist. In dieser Fassung ist der an sich fruchtbare und aufklärende Gedanke viel zu scharf zugespitzt. Zeller sagt, der Stoicismus sei die Außenseite von Philo's Sittenlehre, aber uns scheint dieses ') Vgl. Jahrg. 1883 dieser Zeitschr. S. 19.