Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 21 (1872)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Über die Ursprünge des Philonischen Logos
- Date
- 1872-01-01
- Page
- Seite 296 (sequence 8)
- Language
- German
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296 Ueber die Ursprünge des Philonischen Logos. von den andern Hylikern unterscheidende Auffassung der Dinge wahrscheinlich nur hie und da durchblitzte, weil er dem?.<>yog in seinem Werke neqt <pv<rmg die fundamentale Bedeutung wohl!licht beilegte, welche dem Geiste in der spätem Speculation zukömmt. Aristoteles ist allerdings dem Heraklit nicht hold; aber dafür giebt er seinen guten Grund, wenn er sagt: Einige vertrauen ihren Mi einungen ganz ebenso sehr wie andere ihrem Wissen. Sr!X0Z M ' HQctxksnog z. B. Heraklit. Es gab auch im Alterthum Zeiten, in denen man an sogenannten ״schönen Stellcil" ein ganz besonderes Wohlgefallen gefunden hat; und für Freunde von ״Lichtstrahlen" ist der gewitterschwüle und blitzezückende Heraklit ein rechter Fund; aber gerade systenlatische Denker können sich gewöhnlich nur mit ihresgleichen befreunden; der Mailgel an Me thode schreckt sie ab, während er Dilettanten anzieht; so bcgegnen wir dem heraklitischen Logos bei beit Schriftstellern aus der Römerzeit und fast nur in Zusammenhang mit anekdotenhaften Mittheilungen. Aristoteles aber schweigt von ihin, weil er nicht fand, daß Heraklit mit der vollen Absicht eut neues grundlegendes Princip auszusprechen vom Äöyog als selbstbewußten der Materie immanenten Geist rede, weil er vielleicht derartige Sentenzen nur als preciöse Umschreibungen des Gottheitsbegriffes ansah, den Heraklit mit der rechten Hand aus feinem System stößt und mit der linken wieder hineinführt. Bernays hat Recht in der Interpretation der Fragnrente und Aristoteles darin, daß er von biefen Dingen nicht redet, da wegen der Dunkelheit des Ausdrucks sogar H.'s getreue Schüler und Interpreten aus der stoischen S chule über die Tragweite seiner Aussprüche sehr verschiedener Meinung sind. Heraklit hat nur Keime der Logosidee, erst in der Stoa wird der Begriff einer mit der Materie identischen selbstbewußten Weltvernunft wirklich lebendig und philosophisches Princip; nur daß je schärfer der der Welt immanente Logos mit seiner uuwandelbaren Gesetzmäßigkeit betont wird, je mehr in der Physik