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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1872-01-01 · Heft 7 · p. Seite 294

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
21 (1872)
Issue
Heft 7
Article
Über die Ursprünge des Philonischen Logos
Date
1872-01-01
Page
Seite 294 (sequence 6)
Language
German
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294 Ueber die Ursprünge des Philonischen Logos. gängern mit der Materie identischen Logos zu einem rein geistigen Weltprincip ansgestaltet. Ist nun der Logos bei Herallit schon eine selbstbewußt schaffende Kraft oder ist er ihm nur die der Natur immanente Ordnung und Regel, deren diese sich aber keineswegs bewußt ist? Wird also nach Heraklit der Weltlogos nnr von uns wahrgenommen oder weiß er auch sich selbst? Bernays vindicirt dem Logos Selbstbewußtsein, Lasalleläßt es nicht gelten, Heinze ist in diesem Falle des letztern Partner, während Zeller den strittigen Punktunentschieden läßt. Aber Bernays bringt wichtige Gründe heran. Heraklit sagt: ovxißov, äXXa %ov löyov äxovmvmc ößoXoyeuv Gofpov ianv, sv nävra eidevat. Das heißt doch wohl nichts Anderes als: Weise ist's, nicht auf mich, sondern auf den Logos hörend, zu bekennen, eins wisse Alles; und wenn Heinze übersetzt: ״nicht auf mich, sondern aus den Logos hörend, ist es weise übereinzustimmen, nämlich eins als Alles zu wissen," so ist er ehrlich genug zu bekennen, daß dieser Erklärung sprachlich nichts geradezu hindernd entgegensteht." Ferner: elvai yCxq tv rd goijov imGTCta&at yvwß^v ryte 011ן xvßeQvrjaec navm ck<i 71dvrm״ .׳Das allein ist weise, die yvwßy zu erkennen, welche Alles durch Alles leitet". Zu dem bezeugt Hippolyt, es sei die Lehre des Herakleitos xal (fiqovißov tovto eivat, to nvq xal Tys dioixrjffewg rmv 0/twv alnov. Dieses und noch manch anderes schwere Geschütz Bernays durch philologische Gründe zum Schweigen zu bringen, gelingt dem Autor nicht; trotzdem scheint ihm die Sache unglaublich, da bei den Alten dieser großen Revolution, welche Heraklit nach der Meinung Bernays in der Philosophie verursacht hat, nirgends Erwähnung geschieht. ״Wenn Heraklit schon von dem yqovoöv, das die Welt leitet, gesprochen, was hätte Anaxagoras eigentlich Neues mit seinem vovc aufgebracht? Wie wäre dies denkende Princip oder die sich ihrer Bewegung bewußte Einsicht des Heraklit von dem weltordnenden Geiste des Anaxagoras zu unterscheiden? Wie hätte Aristoteles sagen können, Anaxagoras erscheine wie nüchtern, neben den übrigen, die ohne Ueberlegung

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