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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1872-01-01 · Heft 7 · p. Seite 293

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
21 (1872)
Issue
Heft 7
Article
Über die Ursprünge des Philonischen Logos
Date
1872-01-01
Page
Seite 293 (sequence 5)
Language
German
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Ueber die Ursprünge des Philonischen Logos. 29S des ephesischen Philosophen, an alle die kleinen Fabeln erinnert, welche zur Kennzeichnung seiner ernsten Lebensanschauung erfunden worden sind; zudem hat er gegen die Dionysien, gegen die Götterbilder geeifert; er hat die Opfernden mit Leuten verglichen, die Schmutz mit Schmutz reinigen wollen; ja er galt den Stoikern, welcbe in so vielen Punkten seine Schüler waren, und zur Zeit des Justin die Philosophie beherrschten, fast alsein Heiliger. Dies Alles und noch mehr könnte Justin dem neugierigen Frager antworten, der es wissen will, warum neben Sokrates gerade HeraM besonders genannt wird. Aber unser Autor, der über den Logos schreibt, kann sich dabei natiirlich nicht beruhigen. ״Ohne Zweifel denkt hier Justin an die Logoslehre des Heraklit, sonst würde er nicht gerade ihn auS der gr oßen Reihe der Philosophen herausgegriffeu haben." Ferner räumt der Autor in dem System dieses aphoristischen Denkers dem Logos für unser Gefühl einen größern Raum ein als ihm zukommt; viele heraklitische Sätze über den Logos klingen uns mehr wie geistvolle Aphorismen, denn wie innig mit seinem System verwachsene Gedanken. Und Aristoteles muß wvl ungefähr ähnlich gedacht haben, da er den heraklitischen Logos nur einmal erwähnt, wo er hinzuftigt, daß H.'s Sätze sich so schwer coustruiren kaffen. Aber unserm sonst so besonnenen Autor sagt dies nicht zu, und so versteigt er sich in seinem Plaidoyer für Heraklit zu dem Satze: ״Geradezu lächerlich ist es, daß der große Gedanke des heraklitischen Logos bei Aristoteles nirgends erwähnt ist," und er leitet dieses Verschweigen mus Animosität, aus ganz besonderen persönlichen Gründen her. Jedoch, wenn auch Einzelnes etwas zu grell heraustritt, darin hat der Verf. unzweifelhaft recht: Heraklit hat zuerst den Xoyog, die Vernuuft als kosmisches Princip in die Philosophie eingeführt und die Quintessenz dieser Heinze'schen Arbeit läßt sich kurz dahin znsammenfassen: Heraklit hat den Begriff des Logos erfunden, die Stoa hat ihn fortgebildet, und Philo den bei seinen Vor-

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