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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1872-01-01 · Heft 6 · p. Seite 270

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
21 (1872)
Issue
Heft 6
Article
Miscellen zur rabbinischen Sprach- und Alterthumskunde
Date
1872-01-01
Page
Seite 270 (sequence 20)
Language
German
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270 Miscellen zur rabbinischen Sprach- und Alterthumskunde. die Notiz des N. Lewi, daß Crösus nnd Belsazar, König von Babylonien chronologisch zusammengehören, da in der That Crösus, König von Lydien und Belsazar — Nabonned, König von Babylonien Zeitgenossen waren und das Loos, von Cyrus besiegt zu werden, theilten. Es ist nun nicht mehr auffallend, daß der un Talmud als Eleasar כן חרסוס angeführte hohe Priester von Josephus Eleasar Ir Anan genannt wird. Josephus nannte ihn mit seinem vollen Namen, der Talmud bezeichnete ihn nach seinen Neichthümern mit Weglassung des väterlichen Namens "als Eleasar, den Crösus. Wahrscheinlich wurde er mit diesem Beinamerr gewöhnlich von seinen Zeitgenossen genannt, wie der Held des Midrasch gleichfalls wegen seiner Neichthümer גביני der Crösus genannt wurde und ein moderner Agadist die Familie Rothschild als ODin כני zu bezeichnen keinen Anstand nehmen würdet) Es erübrigt noch, das Dunkel, das über den Namen גביני gebreitet ist, aufzuhellen. Der Midrasch setzt den Namen als allgemein bekannt voraus und es ist anzunehmen, daß der Träger desselben dem Judenthume angehörte oder doch wenigstens mit der Geschichte des Judenthums irgendwie in Berührung kam. Sollte sich keine weitere Spur von demselben erhalten haben? Die Mischna Tamid 3, 8 kennt גביני כחז, den Rufer גביני, der über eben so ungewöhnliche Stimmmittel wie גבעי בן חרסוס über ungewöhnliche Neichthümer zu verfügen hatte. ״Der Schall seiner Stentorstimme, wenn er des Morgens die Priester zum Tempeldienste zufammenrief, drang bis nach Jericho." Diesen Stimmriesen, über dessen sonstige Verhältnisse nichts weiter bekannt ist, hat nun der Midrasch wol nicht im Auge. גביני ist genau der römische Familienname G a b i ni u s und es ist wohl denkbar, daß dem Midrasch der römische Proconsul Gabinius, der Urheber der lex Gabinia, vorschwebte, der sich in der jüdi- ') In dem Verzeichniß der sog. zehn Märtyrer, Midrasch Echa 2. 2 wird auch ein Eleasar!חרסנד aufgeführt, doch fehlt dieser Name in der Parallelstelle Midrasch Psalm 9 und im Midrasch der zehn Märtyrer und selbst im Midrasch Echa wird die Aufnahme des Eleasar חרסגה in die Liste als eine strittige Thatsache hingestellt: ואית דמפקין רבי טרפון ומעיילץ בבי לעזר חרסבה«.

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