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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1872-01-01 · Heft 6 · p. Seite 264

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
21 (1872)
Issue
Heft 6
Article
Miscellen zur rabbinischen Sprach- und Alterthumskunde
Date
1872-01-01
Page
Seite 264 (sequence 14)
Language
German
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264 Miscellen zur rabbinischen Sprach- und Alterthumskunde. sen bis auf Elemente der Wörter herab zu zählen, ist gewiß etwas, dessen zweimaliges Vorkommen, einige Verwunderung erwecken darf. Auch der Zweck ist beide Male derselbe, nämlich den Text vor Verfälschung zu bewahren. Bedenken wir, wie viele Vergleichungspunkte die Brahmana's in ihrem Verhältniß zu den Hymnen bei aller sonstigen Verschiedenheit tuit dem Talmud und seiner Stellung zur Bibel bieten, so wird man schwerlich umhin können, eine äußere Ursache für diese Uebereinstimmungen aufzusuchen. Gerade um die Zeit, auf die es hier ankommt, etwa ein Jahrhundert nach Alexander, drängt sich Alles zusammen, um die geistigen Beziehungen Vorderasiens zu dein Osten sehr lebhaft erscheinen zu lassen". Die Annahme einer ״äußern Ursache" erscheint mir nicht unbedingt nothwendig, es läßt sich auch ein mehr als ״zweimaliges Vorkommen", außer bei den Indern und Juden, auch noch bei den Parsen und Arabern Nachweisen und die aus dasselbe Ziel gerichtete Pietät hat bei verschiedenen Religionsgenossenschaften ein ähnliches Versahren zur Sicherung des religiösen Erbtheiles geschaffen. M. Haug schreibt: ״Wie die Brahmanen und Juden die Verse, Worte und Sylben ihrer heiligen Bücher zählten, so auch die Parsen. Es liegt mir eine derartige Zählung aller Verse der fünf Gatha's . . . in einem alten Codex von Pehlevischriften vor. Sie führt den Titel chlm-i gäsän, das Wesen des Gäthä's und erwähnt die Zahl der Stanza's und giebt den mystischen Grund dieser Zahlen an, gerade wie die BrLhmana's. Am Schluffe wird dann ein detaillirtes Resuniö der Zählung gegeben, wornach von ahyä yäsä (Jas. 28, 1) bis dregave vahy6 (Jas. 53, 9) die Zahl aller Stanza's 274, die der einzelnen metrischen Zeilen, aus denen die Stanza's bestehen 1018, die der Worte 5567, die der Sylben mit langem Vokal 9999, die der Consonanten 16,554 beträgt. Zugleich wird beigefügt, wie viele 6S8 oder Zeilen jede Stanza der fünf GSthasammlungen habe." (Die ^kuna-vairya-Formel, das heiligste Gebet der Zoroastrier, mit dem alten Zend-Connuentar (Jasna 17) übersetzt und erklärt von M. Haug, München 1872, S. 9). Von Jbn-AbbSs wird berichtet, ״daß er nicht nur die Verse, sondern auch die Wörter und Buchstaben des ganzen Buches, (des Koran) zählte" (Sprenger Mohammed UI, CV11). — Wenn

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