Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 21 (1872)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Miscellen zur rabbinischen Sprach- und Alterthumskunde
- Date
- 1872-01-01
- Page
- Seite 259 (sequence 9)
- Language
- German
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Miscellen zur rabbimschen Sprach- und Alterthumskunde. 259 ausgeprägt und nur künstlich aus derselben herzuleitem Möglicher Weise ist das Wort aus z: a n ä h i t a (privatives a -+■ ähita unrein, Schmutz) abgeschleift. Bekanntlich hat auch der Genius der von Ahura-mazda ausgehenden, alle Welt befruchtenden Gewässer, die alle Fruchtbarkeit der Gewässer, Thiere und Menschen bedingende Urquelle den Namen (Ardvi-Q&ra) An ähita, die ^:ein e, s chmntzlose, deren Cultus sich «sehr weit verbreitet hat und die im Babylonischen: a 11 a k h i t a , a n a h i t a, im Persischen ת ä h i d , im Arab. n^i h i d u ם heißt (Norris a&syrian dictionary p. 40; djjaug.l. 1. p. 61; Spiegel Avesta III, XVII ff.; Justi Zendsprache p. 20; Preller griech. Mythol. I, 245). Also "!נקי, die reine, Anähita ist der Genius der Ernährung, Befruchtung, Erhaltung. Sowohl der Name, als auch der dem Genius zugewiesene Wirkungskreis stimmt genau zu Anähita, gleichviel ob man נקי!״ etymologisch für identisch mit anähita halten will oder nicht, da es jedenfalls wie Anähita unzweifelhaft die B e d e u t u n g: -r ein hat. Nunmehr erscheint auch die Emendation איםדא — ized, yazata gerechtfertigt. In der That wird Anähita im Bundehesh 80, 11 die Yazata Anähita genannt (s. Justi Bund. lex. s. v. anähit). Koliut der jüd. Angelol. p. 43 der Ardvi-güra ein besonderes Kapitel widmet, hat die eben besprochene, bezeichnende Stelle nicht verwerthet. Die Stelle im Traktat Pesachim 111 d (das ist eben unsere Stelle) ״bietet zu wenig Charakteristisches, als daß wir auf sie des Näheren einzugeheu veranlaßt sein könnten" (p. 47). Die Anähita wird auch sonst im Talmud und der späteren kabbalistischen Literatur genannt. Das unter den babylonischen Festen b. Ab. Sara 11h aufgezählte אקניתיה ist gewiß — אנקיחיה, das Fest der Anähita, ebenso das correspondirende!כנווהר in jer. Ab. Sara — א נ כ ו ו ח ה ,אכנוותה. Noch im vierten Jahrhundert unter den Sassaniden zvird ein Heiligthum der Anähita erwähnt: aeta Martyrum p. 95: delubrum Nahitidis (Rapp, in Zeitschr. der DMG. XIX, 62). — Der 22-buchstabige Gottesname (nnro^ שם של כ״ב im יה״ר zum Priestersegen) lautet: א נ יק ״ ח & פסח" ם פספ״סים דיונ״סים. Der erste Name, der auch im Buche Rastel 45a,‘(f• Zunz synag. Poesie 146) vorkommt, ist unzweifelhaft A n a k h i t u, wie 17*