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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1872-01-01 · Heft 6 · p. Seite 243

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
21 (1872)
Issue
Heft 6
Article
Die Integrität der Kapitel 27 und 28 im Hiob
Date
1872-01-01
Page
Seite 243 (sequence 3)
Language
German
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Die Integrität der Kapitel 27 und 28 im Hiob. 243 sagt: ״Was wird die Hoffnung der Gottlosen sein?" so ist diese Frage ein Commentar zu seinem eigenen Benehmen, von dem er die Gottlosigkeit fernhält." Wäre dem so, wäre Hiob (der nach Merx schon in seinem Namen die Opposition bezeichnet: איב — איוב, den Feind, den Angreifer) schon in Folge der Dialoge zur Ueberzeugung von der göttlichen Gerechtigkeit und der aedäqnaten Vergeltungstheorie gekommen und so zu sagen bekehrt worden, so wäre der letzte Theil des Buches vollständig überflüssig. Wozu noch der ganze Apparat, ich will nicht sagen non Elihu's Rede, aber von der Theophanie, um Hiob zu bekehren, wenn er vorher schon die Weisheit Gottes anerkannt hätte? Wie gesagt, die Anlage des Dichters ist entweder unlogisch und verworren, oder man hat sie mißverstanden. Daß das Letztere der Fall ist, ist nicht schwer nachzuweisen. Unleugbar ist es durchdachter Plan, das; die Freunde dreimal Hiob's Pessimismus zu widerlegen versuchen, und er jedem derselben dreimal entgegnet. Die Anlage ist also: drei Freunde und dreimal drei Dialoge. In dem Texte sprechen jedoch nur Eliphas und Bildad d r e i ma l, Zophar dagegen nur zweimal. Schon daraus hätte man entnehmen können, daß der Text lückenhaft auf uns gekommen sein muß. Die Annahme, daß Zophar, durch Hiob's Reden zum Schweigen gebracht, das Gespräch zum dritten Male gar nicht mehr aufzunehmen gewagt habe, ist von der Verlegenheit eingegeben. Indessen so ganz lückenhaft ist der Text doch nicht, wenn man annimmt, daß gerade die Kapitel 27 und 28, deren Echtheit angezweifelt wurde, Zophar angehören. Man muß noch eine andere poetische Feinheit in Hiob ins Auge fassen. Der Dichter läßt zwar die drei Freunde ein und dieselbe Theorie aussprechen, daß Unglück eine Folge der Sündhaftigkeit und der Schuld sei, und daß der Ausgang der Frevler unglücklich sei; aber er läßt sie keinesweges tautolögisch sprechen. Eliphas, der älteste der Freunde, beruft sich auf eine Art

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