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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1872-01-01 · Heft 5 · p. Seite 234

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
21 (1872)
Issue
Heft 5
Article
R. Juda ha-Nasi's Antheil an unserer Mischnah
Date
1872-01-01
Page
Seite 234 (sequence 17)
Language
German
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234 R. Juda Ha-Nasi's Antheil an unserer Mischnah. Linie gestellt, so würde Rabbi es gewiß nicht versäumt haben, in der Halachah die äußerste Grenze, den dritten Fall als Beispiel zu geben. Hierauf erwiederte Rabbi: ״Allerdings konnte bei dir, dem ich diese Halachah in ihren Einzelnheiten mitgetheilt, kein Zweifel hierüber bestehen. Dir habe ich nicht, wie in den öffentlichen Vorträgen, nur den ersten, sondern auch den dritten Fall genannt. Es lag also auf der Hand, daß der dritte Fall uninöglich jenen gleich gestellt werde; in einer so detaillirten Mittheilung hätte sonst jener noch einzig mögliche Punkt unmöglich wegbleiben dürfen. In einer ganz anderen Lage befand sich Levi. Er hatte von mir nur den ersten, von andern Schulhäuptern hingegerr vielleicht auch den zweiten nennen hören (ושמעונהי לרבנן). Unter solchen Umständen mußte in ihm über den Grund dieser abweichenden Mittheilnng Zweifel auftauchen. Beruhe diese Abweichung auf Anffassungsverschiedenheit der Ansicht R. Juda's zwischen mir und den betreffenden Lehrern oder sei es nur Zufall, daß ich einen. Jene wiederum zwei Fälle erwähnten, während in der That N. Juda alle drei Fälle gleichstelle." Soweit nun der Bericht. Es wäre wohl überflüssig, zu diesem so unzweideutigen Zeugnisse auch nur ein einziges Wort der Beleuchtung hiuzuzufügen. Rabbi spricht von zwei Mittheilungen über ein und dieselbe Halachah. Die eine findet er selbst so bestimmt, daß sie jeden Zweifel unmöglich mache, die Fassung der anderen hingegen kennzeichnet er als eine unter den obwaltenden Umständen nicht zweifellose. Es liegt am Tage, daß die letztere Mittheilung Gegenstand jenes Vortrages war, den wir oben als den codificatorischen d. h. als denjenigen bezeichnet haben, in dem die Halachoth als abgerundet in sehr bündiger Form mitgetheilt wurden. Fassung und Inhalt dieser Halachoth fielen aber mit denen der Mischnah zusammen. Diese an sich einleuchtende Thatsache findet auch in dem Umstande eine Stütze, daß die von R. Simon hier berührte Halachah mit der betreffenden in unserer Mischnah identisch ist. Resumiren wir nun die sich aus der Untersuchung der gedachten Quellengruppe ergebenden Resultate. Es hat sich mit Gewißheit herausgestellt, daß die Tannaiten eines jedesmaligen Geschlechtes in ihren öffentlichen Vorträgen die halachischen Differenzpunkte nicht als solche, sondern als abgeschlossene Gesetzesbe-

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