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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1872-01-01 · Heft 5 · p. Seite 233

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
21 (1872)
Issue
Heft 5
Article
R. Juda ha-Nasi's Antheil an unserer Mischnah
Date
1872-01-01
Page
Seite 233 (sequence 16)
Language
German
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R. Juda Ha-Nasi's Antheil an unserer Mischnah. 233 zu opfern; in diesem letzteren Falle ist die Opferung nur »erwerflich. Wird beides zu gleicher Zeit beabsichtigt, so ist nach einer allgemein angenommenen Halachah, das Opfer nicht ״Piggul," sondern unzulässig. Diese Halachah geht von denr Grundsatze aus, daß die zwei Gedanken, in Bezug auf ״Piggul," sich gegenseitig aufheben. Auch hier ist N. Juda wiederum anderer Ansicht. In solchem Falle, meint er, wird nur der der Reihe nach zweite Gedanken aufgehoben. Dies die principielle Differenz dieser Halachah. Concret genommen sind drei verschiedene Fälle dieser Gedankengegensätzlichkeit denkbar. Die Gedanken können erstens selbstständig sein (כזית למחר ,כזית בחוץ), zweitens äußerlich verbunden (בזית . . .וברח) und drittens so innig ver- Kunden sein, daß sie, sprachlich ausgedrückt, einen entschiedenen Widerspruch bilden ברח למחר בחוץ). Rabbi gab in seinen öffentlichen Vorträgen wie auch irr seiner Mischnah als concretes Beispiel der gedachten Differenz nur den ersten Fall. Levi, einer seiner Hörer, wollte, wie im Talmud (Sebachim 30 d) berichtet wird, über die zwei anderen Fälle gern etwas Bestimmtes wissen. Er war nämlich darüber in Ungewißheit, ob R. Juda auch in diesen zwei Fällen der bewußten Ansicht sei. Befangenheit und ehrfurchtsvolle Scheu hielten, wie bei der oben besprochenen Gelegenheit Joseph Hababli, auch unfern Emora zurück, die zweifelhafte Frage direkt und unverhüllt an seinen Lehrer zu stellen. Nachdem er zuerst überlegt hatte, wie er es einzurichten habe, um mit der etwaigen Beantwortung einer Frage auch über die andere Aufschluß zu erlangen, nahm er den dritten der eben genannten Fälle zum Gegenstände seiner Frage. Rabbi merkte die Absicht. Unter beifälligen Aeußerungen über den gelieferten Beweis selbstthätigen Denkens (זו שאילה) beantwortete er Jenem die Frage dahin, daß R. Juda auch in dem fraglichen Falle einen nothwendigen inneren Widerspruch sehe (ערוב מחשבוח). Die anerkennende Aeußerung Rabbi's, so fährt der talmndische Bericht fort, befremdete dessen Sohn R. Simon, der dieser Unterredung anwohnte. Die Frage, meinte dieser, hätte Levi sich ersparen können, da doch die Antwort auf der Hand läge, in dem Umstande nämlich, daß die von Rabbi im Vortrage mitgetheilte Halachah nur den ersten der drei Fälle hatte. Hätte nun R. Juda, so hätte Levi folgern müssen, alle drei Fälle auf eine

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