Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 21 (1872)
- Issue
- Heft 5
- Article
- R. Juda ha-Nasi's Antheil an unserer Mischnah
- Date
- 1872-01-01
- Page
- Seite 230 (sequence 13)
- Language
- German
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230 R. Juda Ha-Nasi's Antheil an unserer Mischuah. Lösungsanstrengungen hervorgerufen haben, sind nun ganz beseitigt. Wie man gesehen hat, wurden in allen Tannai'tenschulen des vierten Geschlechtes von den beiden Halachoth nur eine mitgetheilt und'zwar in der Weise, wie sie in der Mischnah vor uns liegt. Erst mit dem Hervortreten R. Juda's, der in der zweiten Halachah ein Moment entdeckt zu haben glaubte, das, nach seiner Meinung, der Ansicht R. Elieser's die allgemeine Anerkennung zu verschaffen vermochte, trat auch diese Halachah in bett Vordergrund; vorläufig jedoch nur bei ihm und nicht auch bei andern Tannälten. Und gerade die Nichtbeachtung dieser Entscheidung R. Juda's von Seiten der zeitgenössischen Autoritäten in ihren Vorträgen erzeugte jenen Uebelstand, den man früher gefürchtet und den man durch den Brauch vorzubeugen gesucht hatte, bei jeder Halachah auch die individuelle nicht maßgebende Entscheidung zu erwähnen. Hätte man diesen Brauch auch in unserm Falle in Acht genommen, Joseph Hababli würde nicht, gegen allseitig« Versicherung, seine Norm stimme mit der allgemeingültigen nicht überein, auf seiner Ueberlieferung als einer maßgebenden beharrt haben. Ein merkwürdiger Zufall. R. Juda fand, im Gegensätze zu Andern, in dem eben erwähnten älteren Brauch die Absicht, solchen Uebelständen zuvorzükommen (Edujoth 1, 6). Und er lieferte, ohne es zu wollen, indirekt, durch die eigenthümliche Wendung, die die Ueberlieferung der gedachten Halachah genommen, den schlagendsten Beweis wenigstens hierfür, wie sehr die bewußte Befürchtung geeignet war, jenen Brauch hervorzurufen, wenn er nicht schon aus andern Gründen eingeführt gewesen wäre. Es war daher sehr natürlich, daß Rabbi, der selbst diese nachtheilige Wirkung miterlebte und deren Ursache kannte, bestrebt war, der Wiederholung desselben mißlichen Umstandes in seiner Mischnahsammlung vorzubeugen. Dies suchte er dadurch zu erreichen, indem er beide Halachoth, die die principielle Differenz zwischen R. Elieser und R. Josua darstellen, in seine Sammlung aufnahm. Er reihete also nicht nur die Halachah ein, die bis dahin in allen tanncutischen Schulen mitgetheilt wurde, nämlich 1211 חשוחט אח הובח לאבל 121 שאין לאבול . . . בשח 11" אליעו1 פוסל, sondern auch die zweite, von R. Juda aufs Neue an die Tagesordnung gestellt, nämlich 1שד1ט ע ״מ להגיח את 1מו ... 2ש1 11׳ ׳111.1, פוסל.