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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1872-01-01 · Heft 5 · p. Seite 229

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
21 (1872)
Issue
Heft 5
Article
R. Juda ha-Nasi's Antheil an unserer Mischnah
Date
1872-01-01
Page
Seite 229 (sequence 12)
Language
German
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R. Juda Ha-Nasi's Antheil an unserer Mischnah. 229 falls bei der oben erwähnten, allgemein für mit dieser identisch gehaltenen Halachah genügt wurde. Nun steht es zwar außer allem Zweifel, daß R. Inda den von ihm bei dieser Halachah eingenommenen Standpunkt eben so gut vor seinen Jüngern, wie seinen tanna'itischen Gegnern gegenüber, näher begründet hat. Andererseits aber darf man nicht aus dein Auge verlieren, daß nähere Beleuchtung getroffener Entscheidungen kein Object der öffentlichen Vorträge war; daß diese Seite vielmehr nur in einem sehr engen Kreise von wenigen Auserwählten biosgelegt wurde. Mit Ausnahme dieser geringen Anzahl hatten also sämmtliche Jünger R. Juda's von ihm über die gedachten zwei Halachoth nichts weiter als die zwei oben angeführten, bündig und absolut lauteirden Satzungen vernommen. Nun steht es außerdem ziemlich fest, daß die meisten, wenn nicht gar sümmtlichen zeitgenössischen Schulhänpter in ihren öffentlichen Vorträgen die zweite Halachah gar nicht oder höchstens schlechtweg in allgemeingültiger Form und im entgegeirgesetzten Sinne mitgetheilt haben. Zieht man all diese Punkte in Betracht, so kann man sich leicht vorstellen, wie selbst die eifrigsten Schüler R. Juda's, wenn sie nicht Mitglieder eines engeren Kreises waren, nach Verlaitf von Zeit nicht allein die über beide Halachoth allgemein herrschende Ansicht zu der ihrigen machen, sondern selbst die Existenz der zweiten Halachah in der Gestalt, die sie in der Schule R. Juda's hatte, vergessen konnten. Es hat daher nichts Befremdliches, wenn Joseph Hababli, der ausnahmsweise sich derselben noch erinnerte, keineir Genossen finden konnte, der im Stande gewesen wäre, das Zeugniß seines Gedächtnisses zu bestätigen. Bedenkt man nun, daß der große Theil der tannaitischen Jünger, die R. Juda's Schule nie besucht, von ihren Lehrern über die besprochene Halachah entweder nichts oder gar das Entgegengesetzte vernommen hatten, Joseph's Wunsche noch weniger entsprechen konnten, so ist es begreiflich, daß dieser zuletzt an seiner Gedächtnißtreue irre wurde. Auch das Verhältniß der Fassungsverschiedenheit der besprochenen Halachoth in deit drei tannaitischen Quellen klärt sich hiermit auf. Die Schwierigkeiten, die besonders die Boraitho Menachoth 16 b, verglichen mit der Boraitho , die unfern Bericht enthält (idili. 17 a), bietet und die in den emoraischen Schulen

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