Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 21 (1872)
- Issue
- Heft 5
- Article
- R. Juda ha-Nasi's Antheil an unserer Mischnah
- Date
- 1872-01-01
- Page
- Seite 227 (sequence 10)
- Language
- German
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N. Inda Ha-Nasi's Antheil an unserer Mischnah. 227 hervorgehoben wurde. Es braucht wohl kaum bemerkt zu werden, daß ein solcher feine Unterschied zwischen den verschiedenen Fällen sehr häufig sich des Beifalles der zeitgenössischen Tannäim nicht erfreute. Daß diese dann, im Gegensätze zu dem oder den gedachten späteru Tannaim, nach wie vor an der ursprünglichen maßgebenden Entscheidung sesthielten, liegt auf der Hand. Ein solcher Umstand nun erzeugte die Wiederentstehung einer halachischen Differenz, die schon in früheren Geschlechtern auf der Tagesordnung gestanden hatte. Und viele der so befremdlichen in verschiedenen Tannarmgeschlechtern ventilirten Halachoth haben gerade in solchen Umständen ihren Ursprung. Eine weitere Folge der arrf diese Weise neu entstandenen Differenzen war naturgeniäß Folgendes. Während diejenigen Tannaim, die den entdeckten Unterschied zrvischen den verschiedenen Fällen nicht zugeben wollte!:, keine Veranlassung fandeir, in ihren Vorträgen auf den betreffenden speciellen Purikt zuruckzukommen und ihn nach wie vor entweder gar nicht oder nur in: Vorbeigehen erwähnten, mußte es ihren Gegnern sehr darair liegen, in ihren Vorträgen rnit desto größerer Vorliebe den Unterschied, bzw. die entgegengesetzte Entscheidung zu betonen. Auf diese Weise löste sich der thatsächlich sehr alte Streitpunkt von den ursprünglichen Autoren los und knüpfte sich an neue Namen an. Der neu differirende Tanna! nahm um so weniger Anlaß, bei der gedachten Halachah die gegnerische Ansicht zu erivähnen, als er sich der Richtigkeit des gemachten Unterschiedes so bewußt war, daß er die überlieserte Entscheidung als nicht authentisch betrachtete. Tritt mau an der Hand dieser Thatsache an unfern Bericht heran, so erscheint derselbe nach allen Seiten beleuchtet. Die zwei in Rede stehendeil Fragen, die, in: zweiten Geschlechte aufgetaucht, von R. Elieser und R. Josua im entgegengesetzten Sinne erledigt worden ivaren, wurden voir jedem dieser Tanna'cken als dem Weseir nach identisch angesehen und daher auch gleichmäßig gelöst. Wie sich die anderen Tannaiten desselben und des folgeildeil Geschlechtes zu diesen Entscheidungen verhielten; ob man im Allgemeinen mehr mit der einen oder der anderen übereinstünmte: hierüber läßt sich nichts mit Gewißheit sagen. Eins steht aber fest. Diejenigen, die N. Josua folgten, theilten in ihren Vortrügen die Entscheidung als die allgemeingültige Norm 1s*