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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1872-01-01 · Heft 5 · p. Seite 225

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
21 (1872)
Issue
Heft 5
Article
R. Juda ha-Nasi's Antheil an unserer Mischnah
Date
1872-01-01
Page
Seite 225 (sequence 8)
Language
German
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R. Juda Ha-Nasi's Antheil an unserer Mischnah. 225 andern Tannaiten, das von der Synode im zweiten Geschlechts ausnahmslos beobachtete Verfahren, die individuelle Ansicht neben die normgebende zu setzen, als eine vorsorgliche und gebieterische Pflicht auffaßte (vrgl. Edujoth 1, K). Diese Frage führt auf eine andere wichtige Entdeckung. Wie oben mehrmals hervorgehoben, enthält die Halachah, über welche Joseph Hababli Auskunft suchte, nur einen concreten Fall eines Principes, dessen anderer concrete Fall das Objekts einer der Differenzen bildet, die in den Quellen ausdrücklich als die zwischen R. Elieser und R. Josua schwebenden mitgetheilt sind. Nun zerfiel, wie weiter oben angedeutet, der Jüngerkreis eines jeden tannäitischen Schul- Hauptes in zwei Kategorien. Indem das Schulhaupt vor einer derselben, die aus einer geringen Anzahl Auserlesener bestand, die Halachoth so viel als möglich allseitig, ihren Ursprung und ihre Begründung entwickelte, überlieferte er vor der anderen Kategorie dieselben nur in ihren Endresultaten. Bei dieser letzten Mittheilungsweise, wo es natürlich allein auf Gelehrsamkeit und kategorische Bestimmtheit mit Rücksicht auf die religiöse Praxis ankam, befleißigten sich die Schulhäupter einer außerordentlichen Bündigkeit und Kürze. Auch waren es gerade diese Vorträge, in denen die subjektiven Ansichten die Gestalt jener codificatorischeu Objektivität anuahmen, der man in der Mischnah begegnet. Mit andern Worten: diese Vorträge machten die Mischnahsammlungen der Tannaiten aus. Vergegenwärtigt man sich all die eben besprochenen Punkte und setzt man den Fall, daß Joseph Hababli die betreffende Halachah in den für den weiteren Kreis berechneten Vorträge vernommen, so ist die befremdende Erscheinung in nnserm Berichte aufgehellt. Das Streben nach Bündigkeit und Kürze schrieb der Halachahüberlieferung auch in der Mittheilung der halachischen Endresultaten hie und da ein Verfahren vor, das noch mehr als gewöhnlich, hinsichtlich der strengen Genauigkeit und Objektivität, von den Vorträgen für den engeren Kreis abwich. Wenn z. B., wie in unserm Falle, der Ueberlieferungsschatz mehrere streitige Halachoth enthielt, denen allen ein und dasselbe Prinzip zu Grunde lag, so war eine ins Einzelne gehende Aufzählung all der streitigen Punkte mit der jedesmaligen Angabe der nicht maßgebenden Autoritäten mit dem erwähnten Streben unvereinbar. Frankel, Monatsschrift, xxi *. 15

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