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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1872-01-01 · Heft 5 · p. Seite 223

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
21 (1872)
Issue
Heft 5
Article
R. Juda ha-Nasi's Antheil an unserer Mischnah
Date
1872-01-01
Page
Seite 223 (sequence 6)
Language
German
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R. Juda Ha-Nasi's Antheil an unserer Mischnah. 223 gung zur Herstellung der halachischeu Einheit und Gleichmäßigkeit machen. Und, wie an der gedachten Stelle auseinaudergesetzt, läßt sich diese befremdliche Wahrnehmung nur mit der Annähme einer vollständigen Flüssigkeit erklären, die keine der vorhandenen Ansichten zur bleibenden Herrschaft gelangen ließ. Dann fällt es nicht schwer, in der tannaitischen Literatur zu wiederholtem Male Differenzen zu entdecken, die in den verschiedenen Geschlechtern neue Vertreter finden. Und ein nicht weniger gewichtiges Zeugniß legt die Gleichmäßigkeit in Art und Weise ab, wie in den vorhandenen tannaitischen Sammlungen, die bekanntlich von verschiedenen Sammlern herrühren, die Halachoth mitgetheilt werden. Die bei dem Sammler oder dessen Gewährsmanne als normgebend feststehenden Ansichten über die betreffenden streitigen Halachoth kommen alle, größtentheils neben den differirenden Airsichten, irr der kategorischen Form vor. In dieser ausnahmslos gleichrnäßigen Mittheilnngsweise in allen Quellen liegt augenscheinlich der deutlichste Beweis, daß das entschiedene Hervortreten der eigenen Ueberzengung nicht erst mit der Entstehung dieser Sanrmlungen anfing, sondern ein allgenreiner gewöhnlicher Zug der Tannaiten war. Und wie hätte dies auch anders sein können! Welches Zerrbild würden nicht die tannaitischen Schulen, welche Zerrüttung nicht das praktisch religiöse Leben darbieten, wenn sämmtliche Schulhäupter, wie einst N. Elieser Hogadol, sich in der Ueberlieferungsthütigkeit darauf beschränkt hätten, die Differenzerl der früheren Halachoth starr und bewegungslos mitzutheilen! Daß die Halachahüberlieferrrng in den Schulen die älteren streitigen Halachoth nicht als solche, sondern der persönlichen Ansicht des jedesmaligen Schulhauptes entsprechend, als abgeschlossen und so in entschieden gesetzesgültiger Form mittheilte, geht auch, wenn es noch eines ferneren Beweises bedürfte, unzweideutig aus unserem Berichte hervor. Die Frage des Joseph Hababli betrifft den speciellen Punkt eines Prinzipes, das, wie man weiß, eine Differenz zwischen zwei Tannaiten aus dem zwei-, ten Geschlechts bildet. Wie lautet nun die Antwort des R. Elasar ben Schamua? Zu wiederholtem Male giebt er jenem eine bedingungslose Entscheidung und erst zuletzt fügt er die Bemerkung hinzu: ״Reben dieser allgeineingültigen Entscheidung existire

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