Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 21 (1872)
- Issue
- Heft 5
- Article
- R. Juda ha-Nasi's Antheil an unserer Mischnah
- Date
- 1872-01-01
- Page
- Seite 219 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2829132-2829416-2829422-2866508--14104-2866542- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
R. Juda Ha-Nasis Antheil an unserer Mischnah. 21s theilt haben? Eine solche Voraussetzung wäre zu sonderlich. Außerdem, diese Halachah ist, wie man weiß, nur ein konkreter Fall eines Prinzips, das einen Differenzpunkt zwischen R. Elieser und R. Josua ausmacht. Dieser einzelne Fall hängt mit dem andern, uns aus der ersten oben angeführten Mischnah bekanntem Falle innig zusammen. Wie verhielt es sich nun mit der diesen Fall betreffenden Halachah? Hatte Joseph Hababli über diesen Punkt von R. Juda nichts gehört? In dem Berichte kommt zwar hierüber nichts vor; es ist aber undenkbar, daß gerade dieser Punkt aus dem Vortrage ausgeschlossen wäre. Die Frage kann also nicht sein, ob, sondern in welchem Sinne R. Juda seinen Jüngern die Entscheidung dieses Punktes mitgetheilt hatte. Welchem von beiden so eben genannten Tannaiten aus dein zweiten Geschlechte schloß sich R. Juda an? Doch auch hierüber kann man nicht lange im Zweifel sein. Die ausdrücklich bezeugte Entscheidung des einen Punktes läßt, eben weil beide Punkte ein und dasselbe Prinzip darstellen, keinen anderen Schluß zu, als daß R. Juda auch hinsichtlich dieser Halachah die Ansicht R. Eliesers zu der seinigen machte. Die Richtigkeit dieser Voraussetzung wird ausdrücklich von der Tosephtha bestätigt. Joseph Hababli mußte also bestimmt wissen, welche Ansicht R. Juda über diesen Punkt hatte. Und in der That scheint aus dem mitgetheilten Berichte hervorzugehen, daß seine Verlegenheit sich auf den zweiten Punkt beschränkte. Denn wäre er auch hinsichtlich des ersten Punktes unsicher, so hätte er gewiß nicht den zweiten Punkt, der doch mehr eine untergeordnete Bedeutung hat, sondern den ersten, der den eigentlichen Kern des Prinzips bildet, zum Gegenstände seiner Frage gemacht. Kannte er aber mit Gewißheit die Ansicht R. Juda's, so weit es den Kern der Frage betrifft, so ist seine Verlegenheit um so unbegreiflicher. Lag ja der Schluß von dem Gewissen auf das Zweifelhafte so nahe! Eine andere Schwierigkeit. Es gilt bei der Kritik als ausgemacht, daß Rabbi nicht der einzige Mischnahsammler war, daß vielmehr schon früher wenigstens zwei Mischnahsammlungen veranstaltet worden. Nun läßt sich nicht gut denken, daß diese Sammlungen nur in den Händen sehr weniger Auserwählten, noch minder, daß sie bei diesen Wenigen als eine Art Geheim-