Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 21 (1872)
- Issue
- Heft 5
- Article
- R. Juda ha-Nasi's Antheil an unserer Mischnah
- Date
- 1872-01-01
- Page
- Seite 218 (sequence 1)
- Language
- German
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218 R. Juda Ha-Nasi's Antheil an unserer Mischnah. K. Auda lja-Uast's Untheil an unserer Mischnah. (SchM.) Z Eben so, wie die Mittheilung der Einzelnh eiten sich durch Verständlichkeit und Unzweideutigkeit auszeichnet, so bekunden unverkennbar Ton und Haltung des ganzen Berichtes dessen Authenticität. Ganz anders verhält es sich hingegen mit der Klarheit und Durchsichtigkeit des Zusammenhanges oder, genauer, der Thatsachen, auf die der Bericht Bezug nimmt. Eine eingehende Betrachtnng stößt auf mehr als eine Lücke. Um nur einen, den ersten Theil des Berichtes ins Auge zu fassen. Was sind die unmittelbar mitgetheilten Thatsachen? Vergegenwärtigen wir uns dieselben. Der als Lieblingsschüler des R. Elasar ben Schamua bezeichnete Joseph Hababli hatte von seinem frü- Heren Lehrer R. Juda eine Halachah vernommen, deren Richtigkeit ihm später iudirekt zweifelhaft geworden, dadurch nämlich, daß sämmtliche Tann altenjünger auf seine Nachfrage die entgegengesetzte Entscheidung als die einzige, normgebende Halachah mittheilten. Nun konnte unmöglich bei ihm der Gedanke Raunr finden, daß R. Juda eine Halachah gelehrt haben sollte, mit der er ganz und gar isolirt dastände, die so einstimmig von all den anderen Tannaiten verworfen wurde, daß sie selbst nicht als zurückgewiesene in den Schulerinnerungen anzutreffen war. Es blieb ihm also nichts anders übrig, als seinem Gedächtnisse zu mißtrauen. Verweilen wir einen Augenblick bei dieser Mittheilung. Es läßt sich nicht gut annehmen, daß unter den Tannaltenjüngern, bei denen Joseph Hababli Erkundigungen einzog, sich nicht auch andere Jünger des R. Juda befunden hätten; daß damals von der gewiß sehr zahlreichen Jüngerschaft jenes großen Meisters nur der verlegene Schüler übrig geblieben wäre. Wie kam es, daß keiner ihm das Zeugniß seines Gedächtnisses bestätigen konnte? Er wollte sich ja nur überzeugen, daß R. Juda die betreffende Halachah wirklich gelehrt hatte, und nichts weiter. Oder sollte N. Juda in der That nur ihm allein dieselbe mitge- ') Errata: S. 173, Z. 9 v. u. l. seine statt: keine! S. 176, Z. 4 v. u. l. דחעות statt: דמות; S. 177, Z. 7 v. u. l. seinen statt: seinem °, Z. 16 l. in statt: im.