Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 21 (1872)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Zur karäischen Bibliographie
- Date
- 1872-01-01
- Page
- Seite 215 (sequence 9)
- Language
- German
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- Achish 1× ep/1003213
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Zur knräischen Bibliographie. 215 unerschütterlich gewiß, der Schöpfer müsse weise sein, dann dürfen wir in der Mißbildung mancher Menschen auch kein Zeugniß der Unfähigkeit ihres Schöpfers erblicken, sondern müssen einen tieferen Grund darin zu entdecken suchen. (Xl.) Gott will sie selbst und die Anderen zur Gottesfurcht anhalten und wird ihnen ihr Leiden im Jenseits rei chlich vergelten. Nicht streng zum Ganzen gehört die Auslegung von Jesaia 53, 5: ,נגוע ומוכה אלהים ומעונו־. Diese Stelle beziehe sich auf die משכילים , gleichsam die Mütter Jsrael's, während Gott der Vater des Volkes ist. Wenn ein Kind sich vergangen hat, dann pflegt die Mutter abwehrend zwischen Vater und Kind sich zu stellen. Dadurch wird das Kind verschont; aber die Mutter erhält die dem Kinde zugedachte Züchtigung, und mit Recht, weil sie ungebührlicher Weise den Vater in seinem Zwecke gehindert hat. Israel, ״Gottes Erstgeborner" verdient Züchtigung ob seiner Sünden. Da beten die משכילים für Israel, da erreicht sie die Israel zugedachte Strafe, darum sind sie נגועים מוכי אלהים ומעונים■l) Wir machen hier darauf aufmerksam, daß wir denselben Gedankengang, wie er in der 8., 9., 10. und 11. Frage sich zeigt, ja genau dieselben Belege aus der Schrift — die agadistischen ausgenommen — und dieselben Beweise aus der Erfahrung in den entsprechenden Capp. des M. P. und besondes des S. N. wiederfinden. Uns gilt eilte Uebereinstiinmung in dieser Hinsicht viel mehr, als Aehnlichkeit des Stils und dergl. Die etwas kühne Rechtfertiguug des göttlichen Gebahrens aus David's Benehmen vor Achisch ist es, welche durch ihre Eigenthümlichkeit uns sichere Gewähr dafür bieten kann, daß die betreffenden Fragen zu dem Verfasser des S. N. oder zu dessen Werken in näherer Beziehung stehen. (Xn.) Wird der Versuch gemacht, den Widerspruch zwischen den Bibelstellen, wo Gott Anthropomorphismen beigelegt werden ') Es wundert »ms, daß Pinsker, der Joseph's Epitheton הרואה aus dessen Blindheit hcrleiten will, um ihn mit אכו יעקוב הסומא zu identificireu, wofür er keinen weiteren Beleg finden konnte, als den, daß der Autor zum Schlüsse des M. P. die bibl. Redensart והער עינינו anwendet , nicht auf die im Texte angeführte Stelle aufmerksam wurde, welche viel eher der Ausdruck selber empfundenen Leides ist.