Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 21 (1872)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Zur karäischen Bibliographie
- Date
- 1872-01-01
- Page
- Seite 210 (sequence 4)
- Language
- German
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210 Zur karäischen Bibliographie. und 1מחכימח פחי) bekannt, daß Joseph al-Basir ״Fragen" verfaßt habe, in. denen er den einen oder den anderen philosophischen oder religionsphilosophischen Gegenstand ausführlicher, als dies in S. N. oder M. P. geschah, besprochen haben will. Ja, wir finden sogar im M. P. selber zwei solcher Fragen mitten im Texte. ף Und dennoch begegnen wir keiner einzigen dieser unbestrittenen Fragen Joseph's in einem der genannten Werke. Andererseits finden wir aber auch in den Fragen des Abn-Jakob keine einzige dieser שאלות מסודות, welche Joseph al-Basir geschrieben haben will. Es müßte denn sein, daß Jemand die Frage בחיוב גמול הרע mit der 6. Frage des Abn-Jakob identisiciren wollte, was aber äußerst wenig Wahrscheinlichkeit für sich hat. Es liegt demnach äußerlich kein zwingender Grund vor, die Abfassung dieser Fragen — nicht den Titel — dem Joseph al-Basir zuzusprecheu oder abzusprechen. Wir werden daher vor Allem prüfen müssen, ob der Inhalt der שאלות des Abn-Jakob innerlich mit der Religiousphilosophie Joseph's übereinstimme oder nicht; denn nicht die Vignette, welche ein Späterer vielleicht dem Werke angehestet haben konnte, als vielmehr der sachliche Inhalt giebt mit Sicherheit die Werkstätte an, ans der ein Werk hervorgegangen. Wir werden bei dieser Prüfung hauptsächlich auf Joseph's Schriften zurückgehen, weil uns von anderen älteren religiousphilosophischeu Schriften der Karäer Nichts bekannt ist. Wir gehen nun an die Mittheilung des Inhalts der Fragen. Die I. שאלה behandelt die Frage, warum Gott gerecht ist, und findet die Gründe in seiner Allwissenheit und seiner Allmacht, d. h. Bedürfnißlosigkeit. Die 2. hat zu ihrem Gegenstände die 4 göttlichen Attribute: חי לנפשו ,חכם לנפשו ,טצוא לנפשו וגמר לגפשו. Die Menschen sind geschaffen; darum kommen ihnen die 4 Attribute נמר ,חי,חכם und מצוא nicht ihrem Wesen nach zu, sondern Leben, Wisset:, Existenz ') So eine Frage über die conträren Gegensätze, eine andere über die Unmöglichkeit, daß die mosaische Gesetzgebung abrogirbar sei, endlich eine über die Nothwendigkeit der Vergeltung. *) In der einen wird die Anerschaffung eines 6. Sinnes, vermittelst besten Gott im Jenseits etwa erschaut werden könnte, geleugnet: die andere, hat das göttliche ״Wort" zu ihrem Gegenstände.