Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 21 (1872)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Ursprung der zwei Verläumdungen gegen das Judenthum vom Eselskultus und von der Lieblosigkeit gegen Andersgläubige
- Date
- 1872-01-01
- Page
- Seite 196 (sequence 4)
- Language
- German
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196 Ursprung der zwei Verläumdungen gegen das Judenthum vom babel hatte zwar auch nach dem Muster des Salomonischen Tempels ein aSvrov gebaut; aber dieses blieb ziemlich unausgefüllt. Etwas befand sich indeß im Allerheiligsten in der nachexilischen Zeit. Die alte Tradition, welche die Mischnah aufbewahrt hat, giebt an: ״Als die Bundeslade verschwunden war, gab es dafür einen Stein aus der Zeit der jüngern Propheten/) drei Fingerbreit von dem Boden erhöht, und darauf sprengte der Hohepriester am Versöhnungstage das Opferblnt, welches vorschriftsmäßig aus die Bundeslade gesprengt werden sollte". Dieser Stein wurde Eben Schet h i j a genannt. Ursprung, Form und Bedeutung dieses Steines sind vollständig unbekannt. Die im Talmud dafür gegebene Etymologie ist lediglich errathen. Einige dachten daran, daß!השחיר dem Griechischen etraa analog sei, und hier Mittelpunkt bedeute, weil dieser Punkt im Allerheiligsten als Mittelpunkt der Erde angesehen worden sei. Doch so viel steht fest, daß im Adyton ein Stein an der Stelle der ehemaligen Bundeslade vorhanden war. Irgend eine Form muß er doch gehabt haben. Im Allerheiligsten des Tempels herrscht Halbdunkel, und so kann Antiochus Epiphanes den Stein als Menschenfigur angesehen haben. Man muß noch dazu nehmen, daß in damaliger Zeit kein Grieche oder Römer irgend einen Tempel ohne ein gewisses inneres Grauen betrat. Als Antiochus im Jahre 143 Seleucid. משנטל הארון אבן היתה שם מימות נביאים הראשונים .2 ,Joma c. v (' .ו שת י ה היתה נקראת גבוה מן הארץ ג׳ אצבעות ועליה היה נותן את הרם Die Angabe, das; dieser Stein schon in der Zeit der alten Propheten bestanden habe, beruht wohl ans einer solchen L.A Denn zu dieser Zeit, so lange die Bnndeslade vorhanden war, bedurfte man des Steines nicht. Man muß wohl lesen נביאים אחרונים, worunter die Propheten Chaggai, Zacharia und Maleachi verstanden werden. Dann hat die Relation eine Basis. Auffallend ist es, daß die Mischna im Verlaufe lediglich von ארון spricht, wie mit der Sprengung des Blutes auf demselben am Versöhnungstage verfahren worden sei, ohne anzugeben, wie es damit in der nachexilischen Zeit gehalten wurde.