Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 21 (1872)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Kritische Beleuchtung einer Stelle vom Pupurstreufen am Versöhnungstage
- Date
- 1872-01-01
- Page
- Seite 188 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/2829132-2829416-2829421-2866452--14068-2866498- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
188 Notiz. was die Schule, zu welcher Hr. Krochmal schwört, öfter geltend ruacht, um eine Halacha in der Mischnah jung zu machen. Wenn nun die Boraito selbst, öfter erzählt, der rothe Pur׳ Purstreifen an« Versöhnungstage sei als Zeichen der Sündenvergebung weiß geworden, so kann man höchstens an der Thatsächlichkeit der Relation zweifeln, aber der Boraito nicht grobes Mißverständniß zur Last legen. Ich erinnere nur an die in beiden Talmuden gleichlautende Boraito, daß zu den Gnadenzeichen welche sich nur bis zur Zeit Simon's des Gerechten erhalten haben, auch das gehörte, daß der Purpur weiß geworden! היה לשון של זהורית מלבין (jer. z. St. b. Joma p. 39 b fehlt in Tosefta Sota XIII.). Was soll es auch bedeuten, das; R' Akiba, nach der Tradition der Misch nah eine Andeutung gefunden hat, daß man einen Purpurstreifen an den Kopf des Sündenbockes binden soll, . . . מנין שקושרין לשון של זהורית בראש שעיר המשלהת שנאמר אם יהיו חטאיכם כשנים וגו׳ (Sabbat VII. 3)? Doch nicht etwa, damit man dadurch die Länge des Weges von; Tempel bis zur Wüste, und dadurch die Zeit des Eintreffens des Sünde;;- bockes erke;;nen soll. Ganz entschieden ergiebt sich daraus, daß man während des zweiten Tempels den Purpurstreifen als Symbol der Sünde angesehen und ihn darum mit dem Sündenbock iu Verbindung gebracht hat. Das folgt auch aus einer im Jerusclalmi intakt erhaltenen Boraita (das. p. 43 6)כראשונה היו ׳ קושרין אותו (לשון של זהורית) בהלונותיהן, ויש מהן שהיה מלבין ויש מהן שהיה מאדים, והין מחכיישין אלו מאילו, חורו וקשרו אותו בפתחי של היכל ויש שנים שהיה מלבין ויש שנים שהיה מאדם, חורו וקשרו.אותו כסלע. Diese Relation giebt offenbar den richtigen Sachverhalt an. Das Volk erwartet jeden Versöhnungstag als ein sichtbares Zeichen der Gnade und der Versöhnung, daß der Purpurstreifen weiß werden würde. Darum knüpfte man einen solchen an jedes Fenster. Da aber an manchen Häusern sich die Farbenwandelung nicht zeigte, so waren die Betroffenen beschämt, als wenn sie gegen die klebrigen so sündhaft wären, daß sie feiner sichtbaren Verzeihung gewürdigt werden, so wurde es den Einzelnen untersagt, die Probe durch Purpurstreifen an ihren Häusern zu nmchen. Er wurde lediglich an der Tempel-Pforte angebracht. Da aber manches Jahr dieses Gnadenzeichen der Farbeuwandelnng nicht erfolgt ist, und das Volk sich dadurch der