Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 21 (1872)
- Issue
- Heft 4
- Article
- R. Juda ha-Nasi's Antheil an unserer Mischnah
- Date
- 1872-01-01
- Page
- Seite 175 (sequence 15)
- Language
- German
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R. Juda Ho-Nasi's Antheil an unserer Mischnah. 175 Aenderungen vorgenonmien habe. Denn nach denselben Standpnnkte ist es über allen Zweifel erhaben, daß die gegenwärtige Redaktion der zweiten Mischnah nicht v on N. Me'lr herrühre. Die Gründe hierfür liegen auf der Hand. Als Autor der individueilen Ansicht in dieser Mischnah wird R. Juda, Zeitgenosse N. Melr's, angegeben. Nun ist es überhaupt sehr unwahrschein!ich, daß man bei der Einreihung von solchen Halachoth, die,- nachdem sie, wie die unsrigen, eine so lange Zeit auf der Tagesordnung gestanden, endlich mit beinahe an Einstimmigkeit grenzender Majorität normirt worden, auch den einzelnen zeitgenösfischen Gegner berücksichtigt hätte. Ein solches Verfahren, überhaupt unannehmbar, kan.u noch weniger bei R. Meir vorausgesetzt werden. Er soll ja, wie eben bemerkt, bei der Einreihung derartiger Halachoth selbst seine eigene lleberzeugung unberücksichtigt gelassen haben, llnd es ist nicht einznsehen, warum er gegenüber der isolirten Ansicht eures Anderen einen anderen Weg eingeschlagen hätte. Und selbst wenn man annehmen wollte, daß er auch in einem solchen Falle an der Regel festhielt, durch Mittheilrrng der individuellen Ansicht und ihres Arrtornanrens etwaigern künftigen Mißbrauche vorzubeugen, so lag hier kein Grund vor, den originellen Autor mit dem späteren Nachfolger zu verwechseln. Was folgt nun hieraus? Nichts anderes, als daß die Redaktion unserer Mischnahjoth, gleichgültig, ob sie zur Zeit 8!. Mekr's noch flüssig waren oder bereits Festigkeit erlangt hatten, in der Gestalt, in der sie in unserer Mischnahsammlung erscheint, nothwendig von Rabbi herrührt. Nun haben wir oben gesehen, daß kein vernünftiger Grund für die Annahme besteht, daß unsere Halachoth nicht schon früher, spätestens von N. Meir in die Mischnah ausgenommen worden wäre. Hieraus folgt wiederum mit Nothwendigkeit, daß Rabbi die Vorgefundene Redaktion derselben nicht nur äußerlich, sondern auch wesentlich unrgearbeitet hat. Die weiteren Consequenzen liegen auf der Hand. Rabbi wird, wie hier, so überall, wo es nöthig war, auf dieselbe Weise verfahren haben. Die letzte Mischnahsanimlung wird demnach nicht von drei verschiedener: Samnckern herrühren, ferner nicht aus zwei grundverschiedener: Bestaudtheilen, Referate:: und codisicatorischeu Partien bestehen, sondern ein einheitliches, aus einem