Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 21 (1872)
- Issue
- Heft 4
- Article
- R. Juda ha-Nasi's Antheil an unserer Mischnah
- Date
- 1872-01-01
- Page
- Seite 174 (sequence 14)
- Language
- German
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174 R. Juda Ha-Nasl's Antheil au unserer Mischnah. daß er die in seiner Zeit endlich zum Abschluß gelangten Halachoth als solche in die Sammlung an die Stelle der bisherigen Differenzen gesetzt habe. Indessen, man muß eingestehen, daß diese Folgerungen vorläufig nicht ganz überzeugend sind. Tenn so unwahrscheinlich auch, so besteht doch iuuner die Möglichkeit, daß R. Akiba, und wäre es auch aus dem früher oben angegebenen Grunde, unsere Differenzen nicht ausgenommen habe. Jedenfalls aber hat die obige Erörterung es als eine unzweifelhafte Thatsache ergeben, daß die gegenwärtige Redaktion derselben nicht von R. Akiba herrühre. Untersuchen wir nun, ob sie von R. Meir respect. von seinen Zeitgenossen vorgenommen wurde. Bis ins vierte Tannaimgeschlecht hatten, wie nachgeroiesen, die zwei Halachoth keine Festigkeit erlangt. Wie sah es aber mit ihnen in dieser Zeit aus? Haben sie jetzt endlich ihren Abschluß erlangt oder war dieser dem letzten Geschlechts Vorbehalten? Man braucht sich nur der Einwürfe zu erinnern, die gegen die redaktionelle Autorschaft R. Akiba's erhoben wurden, um einzusehen, daß die Halachoth unmöglich N. Meir zum Redakteur haben können, wenn sie nämlich in seiner Zeit noch nicht zu festen Normen erhoben worden. Mit dem Versuche, R. Meir als Redakteur zu setzen, ist also die Möglichkeit einer längeren Hinausschiebung ihrer Nornnrung unvereinbar. Es bleibt daher nichts anderes übrig, als die Nornnrung in das vierte Geschlecht zu setzen. Wenn die Halachoth in dieser Zeit allgemein im Sinne R. Josua's erledigt worden, so wäre es beinahe unzweifelhaft, daß R. Meir sie in die Mischnahsammlung eingereiht habe. Ja, nach dem gedachten Standpunkte wäre dies eine nothweudige Thatsache. Besteht ja nach, demselben iDarke Ham. 212) die Eigenth tunlichfeit der redaktionellen Leistungen dieses Tannai gerade hierin, daß er die Grundsammlung besonders mit den in den zeitgenössischen Schulen als allgemeingültig angenomnienen Halachoth, selbst wenn hie und da die Entscheidung gegen seine persönliche Ueberzeugung ausgefallen war, bereichert habe. Indessen auch dieser Annahme würden sich unüberwindliche Schwierigkeiten entgegenstellen, wenn man an der Behauptung festhalten wollte, daß auch der letzte Redakteur an den Vorgefundenen Sammelgruppen nichts verändert, oder wenigstens keine tiefer eingreifende