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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1872-01-01 · Heft 4 · p. Seite 173

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
21 (1872)
Issue
Heft 4
Article
R. Juda ha-Nasi's Antheil an unserer Mischnah
Date
1872-01-01
Page
Seite 173 (sequence 13)
Language
German
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R. Juda Ha-Nasi's Antheil an unserer Mischuah. 173 Geschlecht eine offene Frage. Sie konnten also in: dritten Geschlecht nicht ihre gegenwärtige allgemeingültige kategorische Form haben. R. Akiba hat aber, wie ans eben demselben Standpunkte be- Haupt et wird, eben so wenig wie sein direkter Nachfolger, R. Meir, selbstständige wie überhaupt codificaturische Zwecke verfolgt. Er selbst konnte also eine Streitfrage, die bis dahin in den Schulen noch keinen Abschluß erlangt, unmöglich in dieser kategorischen Gestalt in die Mischnahsauunlung einreihen; gesetzt selbst, er habe in unseren: Falle keine bestimmte Anücht gehabt. Wären die Differenzen von R. Akiba eingetragen, so würden beide Mischnajoth am Ende der mitgetheilten ersten Ansichten unbedingt den Zusatz דברי ר' יהושע haben. Und was die zweite Mischnah insbesondere betrifft, so schließt schon der Namen R. Juda eine so frühe Redaktion aus. Was :um? Hat R. Akiba in seiner Sammlung von diesen Differenzen gar nichts erwähnt? Ein zwingender Grund für diese Annahme besteht nicht. Im Gegentheil, Alles, die Wichtigkeit des Gegenstandes selbst, die Entschiedenheit, womit derselbe erörtert wurde, spricht für die Einreihung. Setzt man aber einmal die Aufnahme als Thatfache, so verliert der gedachte Standpunkt allen Grund. Denn da die Halachoth in der Grundsammlung nur als schwebende Fragen Vorkommen konnten, so ist ihre gegenwärtige Gestalt nur dann erklärlich, wenn man annimmt, daß einer der folgenden Mischnahsammler, gleichviel R. Meir oder Rabbi, die ursprüngliche Gestalt unserer Halachoth in. die gegenwärtige verwandelt habe. Hieraus folgt ferner unmittelbar, daß wenigstens der letzte Mischnahredakteur die Vorgefundene Sammlung eben so wenig als unantastbar, als abgeschlossen betrachtet, daß er seine Aufgabe nicht allein in Bereicherung mit nachträglichen, mehr oder wemger felbftftäubigen Zusätzen gefunden, daß er vielmehr überall, wie üt unserem Falle, wo die fortlaufende Entwickelung eine Aenderuug an den: bereits vorhandenen Stoffe nöthig gemacht, derselben Rechnung getragen habe. Wurden aber die früheren Bestandtheile nicht als kanonisch festgestellt betrachtet, so ist nicht einzusehen, warum nicht schon der zweite Sammler eine solche Aenderung hätte vornehmen können. Selbst wenn man noch zugeben müßte, daß R. Meir in seiner Eigenschaft als Mischnahsammler nichts weiter als 'Referent gewesen sei, auch dann ist es möglich,

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