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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1872-01-01 · Heft 4 · p. Seite 171

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
21 (1872)
Issue
Heft 4
Article
R. Juda ha-Nasi's Antheil an unserer Mischnah
Date
1872-01-01
Page
Seite 171 (sequence 11)
Language
German
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R. Juda Ha-Nasr's Anthctl an unserer Mischnah. 171 Ionischen Ainoraschulen nicht wenig Mühe verursacht. An der gedachten Stelle werden im babylonischen Talmud wiederholte Anstrengungen zu diesem Behufs gemacht, jedoch ohne günstigen Erfolg. So verborgen aber auch! der Hintergrund dieser Stellen, so dunkel auch ihr eigentlicher Gedankengaug ist, so viel geht ׳aus ihnen, besonders aus der Tosephtha mit Gewißheit hervor, daß der Differenzpunkt der zweiten Mischnah (להניח למחר) nicht erst im vierten Taunainigeschlechte entstanden, sondern gleichzeitig mit dem der ersten Mischnah bereits inr zweiten Geschlech>te von N. Elieser und R. Josua auf die Tagesordnung zuerst oder aufs Neue gebracht worden. Der babylonische Talmud sieht sich zwar am Schluffe seiner Erörterungen über die eben citirte Boraita (ibid. 18 a) zu einer Annahme genöthigt, die die Voraussetzung involvirt, daß der bewußte Differenzpunkt erst von R. Juda und N. Eleasar aufgeworfen wurde und zwar aufgeworfen auf Grrnrd und in Anlaß des ersten Disierenzpunktes (לאכל דבר שאין דרכו וכר) zwischen den eben erwährrten Lehrern R. Akiba's. Jndeffen vermag ein so nothgedrnngener Schluß nichts gegen das ausdrückliche Zeugniß Rabbi's. In einer eben daselbst niitgetheilten Boraita berichtet Rabbi eine selbst vernommene Aenßerung von R. Eleasar, nach der es vorzüglich dem Einflüsse des N. Elai, der Vater N. Juda's und Jünger 3t. Elieser's war, zuzuschreiben sei,' daß R. Inda an der betreffenden Entscheidung fest hielt (ר,א מפני שר׳ יהודה בנו של ר׳ אלעאי . , . לפיכך שנה לך משנח ר אליעור). Hier ist unzweideutig die Rede von einer ausdrücklichen, nicht von einer gefolgerten Entscheidung R. Elieser's. Es unterliegt also keinen: Zweifel, daß auch die Differenz der zweiten Mischnah ihren Ursprung in: zweiten Tannaiingeschlechte hat. Man ersieht aber ebenfalls mit Gewißheit aus der Tosephtha, daß beide Halachoth, die in der ersten sowohl als die in der zweiten Mischnah mitgeth eilten, bis wenigstens in das vierte Geschlecht nicht aus dem Stadium der Differenz gekommen waren. Denn bei beiden Halachoth nennt die Tosephtha R. Juda als die der Entscheidung in allgeineingültiger Form gegenüberstehende Autorität. Hätte die Ansicht R. Josua's, den man jetzt ebenfalls aus beit Mittheilungen derselben Quelle als den eigentlichen Gegner R. Elieser's auch in dieser Frage kennen lernt, schon vor dem vierten Geschlechte allgemeine Anerkennung gefunden, so

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