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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1872-01-01 · Heft 4 · p. Seite 169

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
21 (1872)
Issue
Heft 4
Article
R. Juda ha-Nasi's Antheil an unserer Mischnah
Date
1872-01-01
Page
Seite 169 (sequence 9)
Language
German
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R. Juda Ha-Nasi's Antheil an unserer Mischnah. 16!) dern von den Tannaitenschulen des vierten oder vielleicht auch des dritten Geschlechtes herrühren. Es kann nicht in Abrede gestellt werden, daß auch dieser Folgerung für einen Augenblick scheinbar ihre überzeugende Beweiskraft streitig geuracht werden könnte, und zwar auf Grund einer anderen Aeußerung der in Rede stehenden Ansicht. Nach derselben waren unter den von Rabbi in die Mischnah aufgenommenen Halachoth auch solche, die obschon von den früheren und frühesten Tannaimgeschlechtern herrührend, von den ersten zwei Sammlern nicht berücksichtigt worden waren; vgl. oben S. 162 und Darke Ham. p- 214. Warum sollte nicht auch unsere Mischnah zu den auch von N. Me'ir unberücksichtigten Halachoth gehören? Dieses Bedenken ist indessen leicht beseitigt, wenn inan erwägt, daß die etwaigen Gründe für die Nichtberücksichtigung derselben seitens R. Meir's im vierten Geschlechte schlechterdings fehlen. Worin doch kann der Grund für die Ausschließung einer solchen wichtigen und mit so viel Entschiedenheit auf die Tagesordnung gebrachten Halachah gelegen haben? Doch wohl nur allein in der Jrcgend ihrer Erscheinung. R. Akiba, der noch unter dem ersten Eindrücke der eifrigen Erörterung dieser Halachah zwischen seinen Lehrern stand, durfte wohl persönlich die auf einer der beiden Sciten für die Entscheidung vorgebrachten Gründe annehmlicher findeu, aber nie die Erörterung als erschöpft betrachten, so daß diese Differenz, wie andere ältere, keiner weiteren Entwickelung bzw. festen Erledigung fähig wäre. Mit der Einreihung in seine Grundsammlung würde er sie als abgeschlossene Frage der weiteren Durcharbeitung entzogen haben. Und dies konnte nicht in seiner Absicht liegen. Diese Rücksicht, bei einem Jünger des zweiten Geschlechtes an ihrenr Platze, hätte bei einem Schulhaupte des vierten Geschlechtes gar keinen oder nur schwachen Grund. Wer mit der gewaltigen Produktivität der einzelnen Tannaimgegeschlechter vertraut ist; wer da weiß, welch' erstaunlich große Entwickelungsphasen diese Geschlechter bezeichnen, ferner wie weit entfernt die Grenzen eines jeden Geschlechtes von einander liegen: der wird es nicht befremdend finden, daß der relativ kurze Zeitraum, der zwischen den zwei ersten Mischnahsammlern liegt, für die Durcharbeitung und Abschließung einer im Vordergründe stehenden Differenz als hinreichend betrachtet wird.

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