Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 21 (1872)
- Issue
- Heft 4
- Article
- R. Juda ha-Nasi's Antheil an unserer Mischnah
- Date
- 1872-01-01
- Page
- Seite 165 (sequence 5)
- Language
- German
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N. Juda Hcr-Nasi's Antheil an unserer Mischnah. 165 dieser Behauptung. Derselbe lautet: N. Juda Ha-Nasi hat auch die Halachoth der früheren Taunaimgeschlechter, mithin alle Halachoth, die nicht vermöge einer Tradition absolute Gesetzeskraft hatten, ehe er sie in feine Sammlung aufgenonnnen, einer nochmaligen Prüfung unterworfen. Blau sollte glauben, daß es nur sehr wenige und überdies weit abgelegene Stellen geben dürfte, vermittelst deren Zergliederung man diesen Punkt erhärten könnte. Denn wie wären, anders die vielfachen aber fruchtlosen Anstrengungen zu erklären, die gemacht wurden, das über die Entstehungsweise der Mischuah ausgebreitete Dunkel zu heben? Diesem ist indessen nicht so; in der That fließen die Quellen nach dieser Seite überarrs reichlich. Von unzähligen Halachoth, über die unsere Mischnah in ihrem Lapidarstil, außer der knappen Redaktion des Inhaltes übrigens sehr selten mehr als die Autornamen mittheilt, findet sich in den Parallelen, in den Boraitoth oder der Tosephtha die Entwickelungsgeschichte zwar üt kurzen aber deutlicherr Zügen gezeichnet. Man braucht also nicht lange zu suchen, um den gedachten Nachweis überzeugend führen zu können. Es kommt nur darauf an, aus der Masse Halachoth eine solche herauszugreifen, die schon im zweiten Tannaimgeschlechte aus die Tagesordnung gekommen, ihren Abschluß jedoch erst im fünften oder vierten Geschlecht erhalten hat. Was die augenblickliche Beweisführung betrifft, so sollen, da dieselbe sich auf die Besprechung sehr weniger Stellen beschränken muß, hierfür nur solche Stellen gewählt werden, die neben der Erreichung des eigentlieben Zweckes auch anderen Gewinn gewähren. Unter diesem Gewinu verstehen wir z. B. den Einblick in die Behandlung des traditionellen Stoffes wie in das Verhältniß der tannaitischen Jünger zu den Schulhäuptern bezüglich jener Behandlung. Bekanntlich wird das in Leviticus 7, 16; 19, 6 und 7 enthaltene Verbot von der Tradition näher bestimmt und ergänzt. Die Tradition lautet: Eine Opferung kann unter Umständen entweder zwecklos oder verwerflich oder auch eine Gräuelthat sein, wenn eine der folgenden: vier Opferhandluugen: Schlachten, Blutauffangen, Hinbringen und Sprengen, mit einem verkehrten Gedanken, oder mit einer verbotenen Absicht geschieht. Die Opferung ist, je nachdem, zwecklos oder verwerflich, wenn eine gedankliche Verwechselung des Eigenthümers oder der Bestimmung