Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 21 (1872)
- Issue
- Heft 4
- Article
- R. Juda ha-Nasi's Antheil an unserer Mischnah
- Date
- 1872-01-01
- Page
- Seite 164 (sequence 4)
- Language
- German
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164 N. Juda Ha-Nasi's Antheil au unserer Mischnah. Ordnung in die Halachahsammlungen eingeführt, aber er blieb eben so wenig im ausschließlichen Besitze dieser Erfindung, die er seinem Schüler R. Me'lr Übermacht hätte, als er der einzige Atischnahsannnler überhaupt war. Wenn auch nicht gut anzunehmen ist, daß jedes tammitische Schulhaupt, das als solches unbedingt eure Mischnahsammlung hatte, schon jur Lebzeit des R. Akiba die neue Vertheilung und Ordnung in seine Sanunlung eingeführt, so t)abeu gewiß unnüttelbar Viele und spater Alle diese in Anwendung gebracht. Gewiß, dies kann nicht geleugnet werden, es finden sich in unserer Mischnah bei Weitem nie! mehr Elemente aus den Mischnahsammlungen des R. Akiba und N. Me'lr, als aus denen anderer Tannaiten. Aber diese Elemente sind nicht in etwaigen Bausteinen zu suchen. Denn keiner der aus früheren Sammlungen herübergenommeneu Bausteine wurde von Rabbi ohne mehr oder weniger bedeutende Umbildung in das neue Gebäude eingefügt; es sei denn, daß hier und da Pietätsgefühl die Erhaltung des uralten vortannaitischen Gepräges einiger Halachoth zur Pflicht gemacht. Nicht stoffliche, sondern ideelle Elemente sind es, die Rabbi den Mischnahsammlungen der erwähnten zwei Tannaim entlehnt und zwar in Fülle entlehnt hat. Es süld gerade die Elemente, von denen, nach der oben nritgetheilten Ansicht, sich in den Mischnahbeiträgeu der ersten zwei Sammler feine Spur finden soll. Die Entscheidungen, die R. Akiba und R. Me'i'r, im Gegensätze zu andern Tauuaiur, in streitigen Halachoth getroffen, hatten für Nabbi's Normenseststellung entscheidendes Gewicht. Denn R. Me'i'r hat für die endgültige Feststellung der Gesetzesbestimmung in der Mischnah Rabbis denselben Einfluß, den Alainwnides in seiuenl Codex der Autorität des in den Amoraschulen maaßgebeuden R. Jochanan eingeräumt hat. Und da nun die Entscheidungen R. Akiba's, insofern es die halachischen Streitpunkte betrifft, die zwischen ihlll und andern Tannaim bestanden, ihrerseits׳ auf R. Me'lr als beffen intimen Schüler von nicht geringerem Einflüsse gewesen sein müssen, was übrigens ausdrücklich in der Quelle bezeugt ist; so ist es ganz begreiflich, daß man eben so gut vom Vorhandensein bedeutender Elemente aus R. Akiba's Mischnahsammlung in unserer Mischnah sprechen kann. Gehen wir nun an den Quellennachweis des ersten Punktes