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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1872-01-01 · Heft 2 · p. Seite 86

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
21 (1872)
Issue
Heft 2
Article
Über Beurtheilung von Zweck und Absicht bei Übertretung religiöser Verbote nach dem Talmud
Date
1872-01-01
Page
Seite 86 (sequence 11)
Language
German
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86 Neber Beurtheilung von Zweck und Absicht ber Uebertretung Decisoren, welche durch ihre Erklärungeu abweichende halachische Resultate zu Tage gefördert, einer kritischen Untersuchung zu unterwerfen. 6. Decisoren. a) Maimonides. *) Dieser Rabbinerphilosoph hatte bei der Behandlung dieses Themas eine schwere Aufgabe zu lösen, wenn er den Conflict des logischen Denkens mit den Endresultaten des Talmuds vermeiden wollte. Wir sehen aber, daß ersteres den Sieg errungen, wenn er auch sein rabbinisches Gewissen durch manchen Ausgleich beschwichtigt haben mag. Seine Ansichten über unseren Gegenstand sind logisch richtig, die einzelnen halachischen Sätze hierüber unter einander nicht widersprechend, seine Definitionerl über diese Begriffe, die er in ihrer Wichtigkeit erkannt rrnd deshalb arr die Spitze seiner Sabbatgesetze stellt, klar rrnd faßlich, rvenn sie auch meist mißverstanden worden sind. a) Wir fassen kurz seinen Gedankengang znsarmnen. Er hat den nothwendig sich ergebenden Unterschied zwischen Verletzung der Sabbat- und anderer Gesetze festgehalten. Nur bei ersterer kommt, wenn sie mit Bewußtsein ausgeführt, die Absicht in Betracht, und zwar nur dann, wenn eine erlaubte Handlung (מעשה) beabsichtigt ist, in deren Folge möglicher oder zufälliger Weise eine verbotene Handlung eintritt, nicht aber, wenn mit dieser erlaubten Handlung n o t h w e n d i g e r Weise (שודאי תעשה בשביל אותו מעשה) eine verbotene Handlung (.מלאבד) eintritt. Er faßt dieses nothwendiger Weise in der Strenge des Gedankens, wenn dieser verbotene Zweck zum Be- ’) Wir beginnen mit Maimonides, weil er seine Gedanken svstematisch dargestellt hat, während Alfasi, der nur Stellen aus bem Talmud auszieht, verschiedentlich aufgefaßt wird, wahrscheinlich aber mit Maimonides übereinstimmt. ’) Die Definition seiner Definitionen in R. Joseph Karo ist nicht richtig, das Beispiel von 'IN NU schlecht gewählt, מ״ש״א״צ״ל falsch erklärt, er hat diesen Begriff ganz so wie lliaschi gefaßt (s. oben) wie ans seinen Schlußworten אלא להרחיק ההיוק hervorgeht. — Da die meisten hierher bezüglichen Stellen des Maimonides im Merke בסף (בחר zusammengestellt sind, so verweise ich auf dasselbe.

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