Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 21 (1872)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Über Beurtheilung von Zweck und Absicht bei Übertretung religiöser Verbote nach dem Talmud
- Date
- 1872-01-01
- Page
- Seite 87 (sequence 12)
- Language
- German
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religiöser Verbote nach dem Talmud. 87 griffe der Handlung gehört. Er nimmt das Beispiel פסיק רישיה ganz scharf. Darum nennt er גורד und התולש עולשין nicht פסיק רישיה; so ist auch 12, 20 zu erklären, ebensoweuig ist eine zu einem riegativen Zwecke vorgenommene מלאכה straflos. Mit dieser seiner Begriffsbestimmung stimmen alle seine einzelnen Sätze uberein. Stimmt dieselbe aber mit dem Talmud überein? Daß er von der Meinung Rabbahs abgewichen, nach der die Geonim entschieden, liegt auf der Hand. Die Vergleichung der Stellen, die im Talinud über פסיק הישיה Vorkommen, zeigt, daß er über denselben hinausgegangen. Wahrscheinlich aber ist, daß er aus Sabbat 43 und Joma 36 Abai's Auffassung zur Richtschnur genommen, mit dem er in U eberein stimmung zu sein glaubte (vgl. oben unsere Darstellung von Abai's Ansicht, die logischer ist als die Rabah's). In der That hat er auch in der oben angeführten Controverse aus Menachot zwischen הכא und רבה wie Rabba entschieden, daß der Handlung inehr Gewicht beizülegen sei als dem Gedanken. Wenn er Hilch. Aboda Sara 3, 6 עבורה מאהבה ומיראה sich nach Rabah richtet, so mag dieses ans historischen Gründen erklärt werden. *) Ebenso hat er מקלקל logischer gefaßt, und jede negative Handlung zu einem beliebigen positioen Zwecke als מלאכה angesehen. Nicht minder ist er in Bezug auf מתעסק von Samuel abgewichen. *) lSchluK folgt.) *) Vergl. Graetz Geschichte IV. 2, S. 206 fg. s) Vgl. Abraham de Baton zu Sabbat I, 10.