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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1872-01-01 · Heft 2 · p. Seite 81

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
21 (1872)
Issue
Heft 2
Article
Über Beurtheilung von Zweck und Absicht bei Übertretung religiöser Verbote nach dem Talmud
Date
1872-01-01
Page
Seite 81 (sequence 6)
Language
German
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religiöser Verbote nach dem Talmud. 81 nähme einer Scheidung der Meinungen von Samuel und Rabah, dieTosafothingegeu, richtig interpretirend, eine solche Scheidung verwirft (vgl. Sabbat 72); aber die logische Schwierigkeit, die Raschi fühlt, wie sich מתעסק von שוגג unterscheidet, ist zwar durch die Scheidung von ignorantia juris und facti beseitigt, aber darum noch nicht gelöst, da letzteres auch zu :שוט gehört. Das trifft aber nicht Tosafot, sondern Samuel. Rabah hat, wie wir eben angeführt, die Meinung Samuels in ihrem ganzen Unrfange festgehalten, während Abai den Begriff מתעסק בשבת zwar auch als ignorantia facti faßt, aber so, daß der Jrrthum ein doppelter sowohl in Bezug auf die Sache als auf die Handlung sein muß, während er einfache Verwechselung für שוגג hält. Er konnte es nicht über sein Denken gewinnen, letzteres für מתעסק zu halten, wie wir überhaupt wahrnehmeu, daß dieser Amora der Strenge des Gedankens weniger vergtebt, als sein Genosse Rabah. 2. מלאכה שאינה צריכה לגופה; דבר שאינו מתכון. Wie מתעסק durch Samuel eine von der Mischna abweichende Bestimmung erhalten hat, so sind die Begriffe מלאכה שאינה צריכה לגופה und מקלקל durch denselben Amora ganz umgedeutet und eine neue Coutroverse דבר שאינה מתכוין מותר ואסור geschaffen worden. Denselben Derasch, den er für מתעסק verwandte, gebrauchte er Zur Bestimmung der genannten Begriffe: מלאכת מהשבת אסרה תורה. Unter מלאכת מחשבת einer Gedankenhandlung versteht er aber nicht nur, wie wir bei מתעסק gesehen, eine Handlung, die mit dem Gedanken übereinstimmt, wovon Verwechselung ausgeschloffen wird, sondern eine Gedankenhandlung ist eine solche, die rein und allein aus dem Gedanken entspringt, um Neues hervorzubringen, die Handlung muß ähnlich der des Künstlers sein, der ein Kunstprodukt schafft. (So ist auch der Ausdruck Exodus 35, 34 zu verstehen). Also ist unter מלאכה nur zu verstehen eine positive Handlung zu positivem Zwecke und von ihr ausgeschlossen: 1) eine negative Handlung, wenn auch zu positivem Zwecke 2;מקלקל) eine positive Handlung zu negativem Zwecke, b. h. die Handlung ist nur vorgenommen, uni einen plötzlich eingetreteneu Schadeil zu verhüten: das ist der Begriff 3; מלאכה שאיגו צריכה לגופה) der Zweck der verbotenen Handlmtg ist gar nicht beabsichtigt, ist gleichgültig, das ist רבר Sronlel, Monattschrist. XXI. 6

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