Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 21 (1872)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Über Beurtheilung von Zweck und Absicht bei Übertretung religiöser Verbote nach dem Talmud
- Date
- 1872-01-01
- Page
- Seite 79 (sequence 4)
- Language
- German
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religiöser Verbote nach dem Talmud. 79 ausgedehntes dialektisches Verfahren, welches in subtileil Distinitionen, in leichter Hinwegsetzung über Widersprüche durch selbstgeschaffene Controversen sich offenbart, wobei wir aber eine weitere Entwickelung unserer Materien und zwar größere Rücksichtnähme auf den Gedanken wahrnehmen. Beginnen wir wieder mit (* ,מתעסק .1 Dieser Begriff hat durch Samuel eine ganz andere Besinnnrung erhalten. Ans der Verhandlung, die Keritot 19 d zwischen ihm und seinem Schüler Jehuda gepflogen wurde, ersehen wir deutlich, daß er unter מתעסק auch Verwechselung verstanden hat 2) und diese für straflos hält mit Ausnahme von עריות und חלבים. Folgende Erwägung mag zu dieser Distinition geführt und ihn veranlaßt haben, Verwechselung als nicht zu שוגג gehörig zu betrachten. IgnorÄMia jun8 und ignorantia facfci stehen im allgesich dort gar nicht durchzukommen. N. Isaak aus Wien a. a. O. sagt וכמדומה שיש טעות סופר. Ich glaube, daß die Frage folgendermaßen zu verstehen ist, פשיטא לרבנן, nämlich des R. Simon wie zunr Schluß ברם לרבנן, daß קצר לצורך עשבים פטור משום מיפה weil hier, wie wir auseinandergesetzt מתעסק ist, denn das geschieht von selbst, die Frage bezieht sich darauf, ob, wenn er abgepslückt mit dem Zwecke den Boden zu verbessern, ob in diesem Falle, obwohl מ״ש״א״צ״ל הייב ist, doppelt strafbar ist, d. h. zwei חטאות bringen müsse, da es doch nur eine Handlung ist. R. Jochanan hat diese Frage verneinend entschieden, da er die Controverse von ח׳א״ב״ץ und ת״ק das. II-, H. 5 הייב שתיים nicht anders zu erklären vermag als כאילו הייב שתיים, was er sonst ganz einfach wie ר׳ יורן hatte erklären können. Es ist dadurch die Frage von R. David Fränkel, warum N. Jehuda bei הבעיר וכשל nicht הייב שתיים ist, gehoben (vergl. auch Babli Jebamoth 32.) Man kann die angeführten Fälle auch unter andere Prmcipien subsumiren, wie es Babli thut, aber bei Interpretation kommt es barauf an, so viel als möglich heraus und so wenig als möglich hineinzulesen. Durch letzteres entstehen in Babli unendliche Widersprüche. *) Wir werden ähnlich wie die Mischna so den Talmud aus sich heraus interpretiren aus der großen Zahl der Commentatoren, die Erklärung herausheben, welche unserer Meinung nach die richtige ist, das abweichende halachische Resultat der Commentatoreu von einander siehe unter 0. Decisoren. 2) Vergl. die richtige Interpretation von Tosafot daselbst und Schebuot 19 a.